Russland und China stellten die größte Gefahr bei der Verbreitung von Desinformationen in Tschechien dar, sagte der Leiter des tschechischen Nachrichtendienstes BIS, Michal Koudelka, am Dienstag (12. Dezember). Anti-Israel-Propaganda zeige dagegen wenig Wirkung.
China, das seit langem mit Desinformationskampagnen auf tschechische Bürger abziele, habe ernsthafte Angriffe initiiert, so der BIS-Leiter auf einer Konferenz über hybride Bedrohungen in Prag.
„Die größte Gefahr für die Tschechische Republik geht jedoch von der Russischen Föderation aus“, fügte er hinzu.
Beide Länder konzentrieren sich auf regierungsfeindliche Propaganda, Kritik an Prags Unterstützung für die Ukraine und die Auswirkungen von Russlands Krieg in der Ukraine auf die Wirtschaft. Der Druck hat sich nach Tschechiens Beteiligung an Hilfen für die Ukraine deutlich erhöht.
Koudelka fügte hinzu, dass die Anti-Israel-Propaganda der Hamas oder des Irans in Tschechien weniger Wirkung gezeigt habe als in einigen anderen Staaten, berichtete die Tschechische Nachrichtenagentur.
Generell wies Koudelka auf ein spontanes und zersplittertes Desinformationsumfeld im Land hin und stellte fest, dass „Narrative, die den russischen Interessen dienen, frei inspiriert sind und spontan angenommen werden.“
Politiker, Einzelpersonen und gemeinnützige Organisationen hätten jedoch begonnen, sich zu wehren, sagte Koudelka und verwies auf die verstärkten Bemühungen Tschechiens zur Bekämpfung von Desinformation.
Nach Ansicht des BIS-Leiters können Desinformationen nur dadurch bekämpft werden, indem allgemein respektierte und seriöse Persönlichkeiten einfach und verständlich die Wahrheit sagen.
Langfristig sei die beste Verteidigung eine aufgeklärte Gesellschaft.

