Tschechien habe kaum noch geeignete Waffen für die Ukraine, räumte Verteidigungsministerin Jana Černochová ein. Die Aussage kommt nur einen Tag nachdem die Sprecherin des Unterhauses Waffenzusagen in Kyjiw gemacht hatte.
Am Samstag (25. November) gedachten die Parlamentssprecher Markéta Pekarová Adamová (TOP 09) und Miloš Vystrčil (ODS) in Kyjiw der Opfer der ukrainischen Hungersnot zu Sowjetzeiten. Im vergangenen Jahr hatte das Parlament die als Holodomor bekannte Hungersnot von Millionen Menschen in der Ukraine in den 1930er Jahren unter dem sowjetischen Führer Joseph Stalin offiziell als Völkermord anerkannt.
Die Sprecher beider Parlamentskammern trafen auch mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj und dem Vorsitzenden des ukrainischen Parlaments, Ruslan Stefantschuk, zusammen.
Vor den ukrainischen Abgeordneten in Kyjiw erklärte die Sprecherin des Unterhauses, Markéta Pekarová Adamová, dass ihr Land weiterhin Waffen an die Ukraine liefern werde.
Die Ukraine verdiene weitere Unterstützung, weil sie nicht nur für sich selbst, sondern auch für andere europäische Demokratien kämpfe, sagte der Oberhaussprecher, Senatspräsident Miloš Vystrčil.
Doch das geeignete Material geht zur Neige.
„Die Tschechische Republik ist einer der Spitzenreiter bei der Hilfe. Aber ehrlich gesagt gibt es nicht viele Dinge, die wir der Ukraine an militärischem Material schicken können“, gab Verteidigungsministerin Jana Černochová (ODS) am Sonntag im Tschechischen Fernsehen zu.
Sie sagte, die Tschechische Republik werde versuchen, dies durch die Erteilung von Exportlizenzen an Privatunternehmen auszugleichen. „Wir wollen unsere Verteidigungsfähigkeit nicht gefährden“, sagte sie.
Der Ministerin zufolge verfüge Tschechien über freie Produktionskapazitäten, um der Ukraine mithilfe von Privatunternehmen zu helfen, die auch bei ausländischen Partnern bekannt seien.
Neben Waffen und der Unterstützung der Integration der Ukraine in die westlichen Strukturen ist auch die Ausbildungshilfe von großer Bedeutung.
Bis Ende 2023 wird Tschechien im Rahmen der EU-Militärhilfe-Mission (EUMAM) bis zu 4.000 Angehörige der ukrainischen Streitkräfte ausgebildet haben, insbesondere Spezialisten und Einheiten bis zur Bataillonsstärke. Die tschechischen Streitkräfte haben auch mobile Ausbildungsteams in Polen stationiert.
Die Ausbildungskapazitäten sollen im Jahr 2024 weiter ausgebaut werden.
[Bearbeitet von Kjeld Neubert]

