Spaniens Ministerpräsident Pedro Sánchez lobte die bilateralen Beziehungen zu Marokko während eines offiziellen Besuchs in Rabat am Mittwoch (21. Februar). Die marokkanische Besatzung der Westsahara wie auch der Grenzschutz hatten in den letzten Jahren zu Spannungen zwischen den Ländern geführt.
Sánchez wurde von Außenminister José Manuel Albares begleitet. Sie wurden am Flughafen von Rabat vom marokkanischen Premierminister Aziz Akhannouch und einer Ehrengarde empfangen.
Nach dem Treffen mit Akhannouch lobte Sánchez das „Modell der konstruktiven Nachbarschaft“ zwischen den beiden Staaten, das auf Vertrauen und gegenseitigem Respekt beruhe.
Sánchez bezeichnete den Zustand der Beziehungen zu Marokko, welches er einen „Freund und strategischen Partner“ nannte, als den besten seit Jahrzehnten.
Stärkung der bilateralen Beziehungen nach vergangenen Spannungen
Es ist der erste Besuch von Sánchez in Marokko seit Beginn seiner zweiten Amtszeit Ende letzten Jahres und sein fünfter insgesamt.
Das Treffen folgte auf Jahre der Spannungen zwischen beiden Ländern.
Madrid verärgerte Rabat 2021, als es Brahim Ghali, dem Anführer der Polisario-Front, medizinische Behandlung gewährte. Die Polisario-Front strebt die Unabhängigkeit der Westsahara, an, einer ehemaligen spanischen Kolonie, welche Marokko seit Jahrzehnten besetzt hält.
Im Mai 2021, einen Monat nachdem Ghali in ein spanisches Krankenhaus eingeliefert worden war, überquerten mindestens 8 000 Migranten die Grenze zwischen Marokko und Spaniens nordafrikanischer Enklave Ceuta. Zuvor hatten marokkanische Grenzschützer angeblich ihre Pflichten vernachlässigt.
Im März 2022 erklärte Mohammed VI. in einem Schreiben an Sánchez, dass ein marokkanischer Vorschlag aus dem Jahr 2007 zur Lösung des jahrzehntelangen Konflikts in der Westsahara, die „ernsthafteste, glaubwürdigste und realistischste“ Grundlage für eine Beilegung des Streits sei.
Ein hochrangiges Gipfeltreffen im Jahr 2023 trug dazu bei, die Beziehungen nach Jahren der Spannungen zu verbessern.
Sánchez hatte zudem den ehemaligen Außenminister Arancha González Laya auf Druck Marokkos durch Albares ersetzt, um eine Aussöhnung zu erreichen.
Migration bleibt dennoch ein wichtiges bilaterales Thema, das wiederholt in die Schlagzeilen gerät.
Im Juni 2022 wurden an der Grenze zwischen Marokko und Melilla, einer weiteren spanischen Enklave, mindestens 23 Migranten getötet, nachdem Hunderte von ihnen versucht hatten, die Grenze zu überwinden.
Die Tragödie warf ein Schlaglicht auf Spaniens Umgang mit der Migration in den nordafrikanischen Gebieten Ceuta und Melilla, die häufig Schauplatz von Massenverletzungen sind.
Amnesty International geht davon aus, dass bei dem Überquerungsversuch im Juni bis zu 37 Menschen getötet wurden.
(Bearbeitet von Nick Alipour)

