Slowenien verbietet Gasboiler in Neubauten

Um den Ausstieg aus der Gasversorgung voranzutreiben, dürfen Gemeinden keine neuen Genehmigungen für den Bau und die Verwaltung von Gasverteilungsnetzen mehr erteilen, wenn die Anbieter nicht nachweisen können, dass mindestens 80 Prozent des Gases aus erneuerbaren Energiequellen stammt. [Shutterstock/Alexxxey]

Gasboiler in slowenischen Neubauten sollen nach einem reformierten Energiegesetz, das die Regierung letzte Woche verabschiedet hat, verboten werden. Die Maßnahme war zuvor auf breite Kritik gestoßen.

Um den Ausstieg aus der Gasversorgung voranzutreiben, dürfen Gemeinden nun keine neuen Genehmigungen für den Bau und die Verwaltung von Gasverteilungsnetzen mehr erteilen, wenn die Anbieter nicht nachweisen können, dass mindestens 80 Prozent des Gases aus erneuerbaren Energiequellen stammt.

Bestehende Genehmigungen könnten unter strengen Auflagen für höchstens sieben Jahre verlängert werden.

Die Gasversorger wehrten sich gegen die Pläne. Ihr Verband gab ein Rechtsgutachten in Auftrag, in dem festgestellt wurde, dass mehrere Bestimmungen gegen die Verfassung verstoßen.

Sie planen, die Bestimmungen vor Gericht anzufechten.

Urban Odar, der Vorsitzende des Wirtschaftsverbands der Gasversorger, sagte letzte Woche gegenüber Journalisten, das Problem sei, dass die Beschränkungen nur die Haushalte betreffen würden.

Es fehle an zugänglichen alternativen Energiequellen. Wärmepumpen würden das Stromnetz nur noch instabiler machen, fügte er hinzu.

Als Reaktion auf die Kritik erklärte die Regierung, die Pläne seien lediglich die Fortsetzung eines schrittweisen Prozesses, der dazu beitragen werde, den ökologischen Wandel zu beschleunigen und die Abhängigkeit von Energieimporten zu verringern.

„Ein neues Wohngebäude muss ohnehin nahezu emissionsfrei sein, und es macht keinen Sinn, solche Gebäude an das Gasnetz anzuschließen. Es gibt Alternativen, die deutlich besser für den Geldbeutel und das Klima sind“, sagte Tina Seršen, Staatssekretärin im Umweltministerium, am Montag.

Nach Angaben des Verbands der Gasversorger verfügen 86 der 212 slowenischen Gemeinden über ein Gasverteilungssystem.

Gleichzeitig hat aber nur etwa jeder siebte Haushalt einen Gasanschluss.

Abonnieren Sie unsere Newsletter

Abonnieren