Die Slowakei zahlt inzwischen rekordverdächtige Zinsen für Staatsanleihen. Damit übertrifft sie sogar das einstmals krisengeschüttelte Griechenland, das sich nun langsam aus dem Abgrund des Bankrotts herauswindet, auf den die Slowakei zusteuert.
Für die Slowakei ist der Zinssatz für Staatsanleihen bereits höher als für Griechenland (3,32 Prozent) und Portugal (2,9 Prozent), die vor 13 Jahren durch den Euro-Rettungsfonds und den Internationalen Währungsfonds (IWF) vor dem Bankrott gerettet werden mussten.
Der Zinssatz für die zehnjährige Staatsanleihe, die die Slowakei zur Finanzierung seiner Schulden verwendet, ist nach Italien der zweithöchste in der Eurozone. Dort liegt er bei 3,87 Prozent, in der Slowakei bei 3,4 Prozent.
„Die Zinsen für Anleihen spiegeln zunehmend die Entscheidungen der traditionellen Marktteilnehmer wider, wenn es darum geht, Geld für einen längeren Zeitraum zu sparen“, erklärte Matej Horňák, Analyst bei der Bank Slovenská Sporiteľna, gegenüber denník SME.
Im Jahr 2011 lehnte die Slowakei jedoch die Genehmigung des Euro-Rettungsfonds ab, was die Bemühungen der Eurozone zur Bewältigung der Krise erschwerte. Die Ablehnung des Vorschlags löste auch den Zusammenbruch der fragilen Koalitionsregierung der damaligen Ministerpräsidentin Iveta Radičová aus.
Darüber hinaus verzeichnete die Slowakei den stärksten Anstieg der sogenannten Risikoprämie unter den Ländern der Eurozone, berichtet denník SME.
Auch ganz allgemein steht es um die slowakische Wirtschaft nicht allzu gut.
Im Dezember stufte die Ratingagentur Fitch Ratings das langfristige Fremdwährungs-Emittentenausfallrating der Slowakei von „A“ auf „A-“ herab.
„Die Konsolidierungsstrategie der Regierung ist nach wie vor unklar und in unserem Basisszenario gehen wir nicht davon aus, dass sich die Verschuldung in den nächsten Jahren stabilisieren wird“, erklärte die Agentur Fitch.
Der jüngsten EU-Wirtschaftsprognose zufolge wird das gesamtstaatliche Defizit der Slowakei im Jahr 2024 voraussichtlich auf 6,5 Prozent des BIP steigen. Damit wird es das Höchste in der EU sein.
Die Regierung hat im Dezember den Haushalt 2024 mit einer Konsolidierung von nur 0,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr verabschiedet. Sie hat bereits Pläne vorgelegt, um durch die Erhöhung der Steuern auf Tabak und Alkohol und die Umschichtung eines Teils der Rentenfonds von einer Investitionssäule in eine sofort nutzbare Säule mehr Mittel zu erhalten.

