Slowakei kündigt regionalen Kohleausstieg an

Der Ausstieg aus der Stromerzeugung in der Region hat bereits unter der früheren Regierung von Petr Pellegrini im Jahr 2018 begonnen. Die letzte verbleibende Anlage soll noch vor Ende des Jahres abgeschaltet werden. [Shutterstock/PX Media]

Die Slowakei wird den Kohleabbau und die Kohleverbrennung in der Region Ober-Nitra bis zum Jahresende vollständig einstellen. Diese kann dafür nun EU-Unterstützung für die grüne Transformation in Anspruch nehmen. 

Der Ausstieg aus der Stromerzeugung in der Region hat bereits unter der Regierung von Petr Pellegrini im Jahr 2018 begonnen. Die letzte verbleibende Anlage soll noch vor Ende des Jahres abgeschaltet werden.

Die Umweltorganisation Friends of the Earth Slovakia lobte den schrittweisen Ausstieg.

„Die Energiewende bringt den Bewohnern der Region sauberere Luft und neue Geschäftsmöglichkeiten. Die Slowakei dürfte dadurch die Stromkosten um mehr als 388 Millionen Euro senken und drei bis fünf Prozent der Treibhausgasemissionen einsparen“, erklärte die Organisation.

Bisher gab die Slowakei rund 100 Millionen Euro pro Jahr für die Subventionierung der Stromerzeugung aus heimischer Kohle aus.

Laut einer von Regierungsanalysten durchgeführten Studie über die Dekarbonisierung der slowakischen Wirtschaft wurde die Schließung der Bergwerke sogar als vorteilhafteste Klimamaßnahme eingestuft. Sie trage zu gesundheitlichen, sozialen und wirtschaftlichen Einsparungen von bis zu 605 Millionen Euro bei.

Nach einer Analyse der Gemeinsamen Forschungsstelle (GFS) der Europäischen Kommission wird die Einstellung der Produktion und des Betriebs des Kraftwerks im Jahr 2025 die CO2-Emissionen um 6,32 Prozent im Jahr 2025 und um 7,67 Prozent im Jahr 2030 verringern.

Die Stromkosten könnten zudem nach einer Projektion, um über 388 Millionen Euro gesenkt werden.

Die Region Ober-Nitra kann nun mehrere EU-Fonds für ihre Umgestaltung in Anspruch nehmen. Analoge Bergbauregionen in der EU können zum Beispiel Unterstützung aus dem Fonds für einen gerechten Übergang (Just Transition Fund – JTF) beantragen.

Die Gesamtzuweisung aus diesem Fonds für die Slowakei beläuft sich auf 440 Millionen Euro, von denen 226 Millionen Euro für die Region Ober-Nitra vorgesehen sind.

Laut der Regionalkoordinatorin von Friends of the Earth Slovakia, Lenka Ilčíková, kann der Plan für den Übergang dieser slowakischen Kohleregion zu einer CO2-armen Region ein Beispiel für andere Kohleregionen in Europa sein.

Ilčíková weist darauf hin, dass an der Ausarbeitung des Plans ein breites Spektrum von Vertretern beteiligt war. Dazu gehörten lokale Regierungen, Beamte auf nationaler und europäischer Ebene, lokale Unternehmer, Anwohner und NGOs.

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