Die Rezession in Deutschland beeinträchtigt die wirtschaftliche Entwicklung in Serbien und anderen Ländern des Westbalkans, sagte der serbische Präsident Aleksandar Vučić beim Weltwirtschaftsforum in Davos und verteidigte vor dem Hintergrund auch Serbiens Werben um Investitionen aus China.
Vučić, der sich bei einer Debatte zu den Beziehungen zwischen der EU und den westlichen Balkanstaaten äußerte, wies auf die wirtschaftlichen Auswirkungen der derzeitigen Rezession in Deutschland auf die Region hin.
„Wenn Deutschland hustet, bekommen wir eine Lungenentzündung“, sagte er.
Der serbische Präsident verteidigte jedoch auch Serbiens enge Beziehungen zu China gegen Druck aus der EU.
Zwar lobte er die finanzielle Unterstützung aus der EU und die Schaffung der Europäischen Politischen Gemeinschaft, die Gespräche zwischen EU- und Nicht-EU-Ländern ermöglicht, doch das Land brauche auch chinesische Investitionen für seine Entwicklung, so Vučić.
„Einige beschwichtigen immer die EU-Beamten, während sie finanzielle Probleme beklagen. Das ist bei Serbien nicht der Fall“, fügte Vučić hinzu.
Er bekräftigte das Werben Serbiens für chinesische Investitionen, die 30 Prozent der gesamten ausländischen Investitionen ausmachen.
Der serbische Präsident verwies dabei auch auf die Verlagerung der globalen Wirtschaftskraft nach Asien und betonte die Bedeutung der Beziehungen zu den asiatischen Ländern.
Der ebenfalls teilnehmende kasachische Wirtschaftsminister Alibek Kuantirov stimmte Vučić zu.
Regierungen sollten ihre Wirtschaft und Bürger in den Vordergrund stellen, anstatt sich an bestimmte Nationen zu binden, argumentierte er.
Vučić verwies dabei auch das prognostizierte Wachstum des serbischen Bruttoinlandsprodukts von 3,5 Prozent in diesem Jahr.
Er sei zuversichtlich, dass Serbien diesen Wert sogar noch übertreffen könne, so Vučić und führte 60 bis 64 Prozent der ausländischen Direktinvestitionen auf Europa und 32 bis 33 Prozent auf Asien zurück.

