Serbien bekräftigt Ablehnung von Sanktionen gegen Russland

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Seit Beginn des Krieges in der Ukraine hat sich die serbische Regierung geweigert, Sanktionen gegen Russland zu verhängen. Damit ist Serbien der einzige Staat in Europa, der trotz der Appelle aus Brüssel keine Sanktionen gegen Russland verhängt hat. [EPA-EFE/MAXIM SHIPENKOV / POOL]

Serbien wolle trotz des Drucks aus dem Westen weiterhin keine Sanktionen gegen Russland verhängen, so der serbische Präsident Aleksandar Vučić. Wenn es um die Beziehungen zwischen serbischen und russischen Bürgern gehe, sei ein Freund in der Not ein wahrer Freund.

Als die russische Invasion in der Ukraine begann, habe er nicht gewusst, wie sich die Ereignisse entwickeln würden. Auf staatlicher Ebene sei entschieden worden, dass Serbien den Konflikt wie alle anderen verurteilen werde, der Staat aber keine Sanktionen gegen Russland verhängen wolle.

Seit Beginn des Krieges in der Ukraine hat sich die serbische Regierung geweigert, Sanktionen gegen Russland zu verhängen. Damit ist Serbien der einzige Staat in Europa, der trotz Appelle der EU keine Sanktionen verhängt hat.

„Wir wollen uns nicht auf die Schulter klopfen, aber wie Sie sehen können, wird meine Antwort weiterhin lauten, dass wir versuchen werden, unsere Position so lange wie möglich zu verteidigen. Das haben wir zwei Jahre lang geschafft“, erklärte Vučić gegenüber Andrei Kondrashov, dem Generaldirektor der staatlichen russischen Nachrichtenagentur TASS.

„Ob wir das auch weiterhin tun werden – ich weiß es nicht, aber ich hoffe es“, fügte Vučić hinzu.

Vučić sagte, dass sein Land aus eigener Erfahrugn wisse, „wie es sich an, wenn man sanktioniert wird“. Daher wäre es „unfair, das russische Volk so zu behandeln.“

„Sie haben viele Freunde in allen europäischen Staaten und sie alle haben Sanktionen gegen Russland verhängt. Manche werden Ihnen sagen, dass die Zentralregierung sie verhängt hat und sie dagegen sind, andere werden sagen, wir haben euch Sanktionen auferlegt, aber wir helfen in anderen Dingen. Der einzige Staat, der keine Sanktionen verhängt hat, ist das kleine Serbien“, so Vučić.

Bei jeder internationalen Veranstaltung, an der er teilnehme, „sind die Sanktionen gegen Russland das Hauptthema“, ergänzte er.

Auf die Frage nach dem Wesen der Freundschaft und Brüderlichkeit zwischen dem russischen und dem serbischen Volk antwortete Vučić mit dem Sprichwort: „Ein Freund in der Not ist ein wahrer Freund.“

Er wies darauf hin, dass man als Präsident immer rational und pragmatisch sein müsse. Allerdings wisse man die menschliche Würde und die menschliche Natur in schwierigen Zeiten am besten zu schätzen.

„Im Serbischen und Russischen sowie in allen angelsächsischen und germanischen Sprachen gibt es ein Sprichwort, das besagt, dass man einen wahren Freund in Zeiten der Not erkennt. Es ist leicht, in leichten Zeiten ein Freund zu sein. Ein Freund zu bleiben, aufrichtig zu bleiben, wenn es schwierig ist, genau daran erkennt man dein wahres Gesicht. Ich denke, dass Serbien als kleines Land mehr als fair in seinen Beziehungen zum russischen Staat und zum russischen Volk ist“, sagte Vučić.

Zwar ist Serbien noch nicht formell verpflichtet, seine Außenpolitik an die Brüsseler Haltung gegenüber Russland anzupassen, da es in seinen Beitrittsverhandlungen mit der Europäischen Union das sechste Kapitel, das sich auf die Außen- und Sicherheitspolitik bezieht, noch nicht eröffnet hat. Dennoch wurde dieser Schritt von einem Staat erwartet, der bei der EU „an die Tür klopft.“

[Bearbeitet von Kjeld Neubert]

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