Schwedischer Premier warnt vor ‚innerstaatlichem Terrorismus‘

In einem Interview für SVT Morgonstudion verglich Kristersson die Täter mit den "einheimischen Terroristen unserer Zeit" und argumentierte, die Situation sei "unkontrollierbar". [EPA-EFE/Henrik Montgomery]

Der schwedische Ministerpräsident Ulf Kristersson hat am Montag den jüngsten Anstieg der Bandenkriminalität in Stockholm mit „einheimischem Terrorismus“ verglichen. Schweden hat seit Beginn des Jahres eine Reihe von Gewaltverbrechen verzeichnet.

In den ersten drei Januarwochen wurden in der Region Stockholm bereits mehr als 20 schwere Gewaltverbrechen begangen, darunter zwei Schießereien am vergangenen Wochenende.

In einem Interview für SVT Morgonstudion nannte Kristersson die Täter:innen die „innerstaatlichen Terroristen unserer Zeit“ und erklärte, die Situation sei „unkontrollierbar.“

„Ich denke, wir sind in diesen Unruhen so weit gekommen, dass wir Dinge tun müssen, die wir vorher nicht getan haben“, sagte er. „Dieses Wochenende war eines der schlimmsten, das wir seit langem erlebt haben.“

Wenn mehr getan werde, sei es jedoch durchaus möglich, gegen die Bandenkriminalität in Schweden vorzugehen, so der Ministerpräsident.

„Dieses Verbrechen wird nicht von alleine aufhören. Diese Leute müssen eingesperrt werden, und diejenigen, die keine schwedischen Staatsbürger sind, müssen des Landes verwiesen werden“, sagte er. Kristersson nannte Dänemark als ein Land, das seine organisierte Kriminalität erheblich reduziert habe, auch wenn dieser Prozess Zeit brauche.

„Menschen sprengen sich in die Luft und erschießen sich gegenseitig. Das ist natürlich sehr besorgniserregend und ein rücksichtsloses Verhalten, das unsere Bürgerinnen und Bürger betrifft“, sagte die Polizeichefin Hanna Paradis am vergangenen Freitag (20. Januar) bei einer Pressekonferenz.

Die Polizei kündigte am Wochenende an, dass der Raum Stockholm mit Hunderten von Polizeibeamt:innen aus anderen Regionen verstärkt werden solle.

„Angesichts der jüngsten Schießereien und Explosionen sehen wir die Notwendigkeit, zusätzliche Verstärkung nach Stockholm zu entsenden, um zu verhindern, dass es in den anhaltenden Konflikten zu weiteren Morden kommt, und um die Überwachung an den meisten Orten zu verstärken“, erklärte Polizeisprecher Johan Olsson.

Um die Gewalt zu bekämpfen, haben die Regierung und die sie unterstützenden rechtsextremen Schwedendemokraten Untersuchungen angestellt, um den möglichen Einsatz sogenannter „Stop-and-search-Zonen“ sowie anonymer Zeugen zu prüfen – eine Maßnahme, die nach Ansicht von Kritiker:innen unter anderem die Rechte der Privatsphäre verletzen könnte.

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