Schwedische Regierung prüft Fußfesseln für kriminelle Jugendliche

Schweden sieht sich weiterhin mit einem stetigen Anstieg der Bandengewalt konfrontiert, wobei die Zahl der Täter unter 18 Jahren zunimmt, was die Strafverfolgung und die Wiedereingliederung junger Menschen in die Gesellschaft tendenziell erschwert. [Shutterstock/Stock City]

Vor dem Hintergrund sich weiter ausbreitender Bandengewalt zieht die schwedische Regierung will Fußfesseln als Mittel zur Überwachung von Jugendlichen in Betracht, die straffällig geworden sind oder Verbindungen zu schweren kriminellen Aktivitäten haben.

Dies erklärte die schwedische Sozialministerin Camilla Waltersson Grönvall am Montag (20. November) auf einer Pressekonferenz.

Schweden sieht sich weiterhin mit einem stetigen Anstieg der Bandengewalt konfrontiert, wobei die Zahl der Täter unter 18 Jahren zunimmt, was die Strafverfolgung und die Wiedereingliederung junger Menschen in die Gesellschaft tendenziell erschwert.

„Schweden befindet sich in einer äußerst ernsten Situation“, so Waltersson Grönvall.

Um der von Grönvall bezeichneten „Rekrutierung von Kindern und Jugendlichen in kriminelle Banden“ ein Ende zu setzen, stellte die Regierung eine Reihe von Maßnahmen vor. So soll unter anderem geprüft werden, ob die Sozialeinrichtungen die Möglichkeit haben sollten, elektronische Überwachung als Teil ihres Instrumentariums einzusetzen.

Damit soll sichergestellt werden, dass sich die Jugendlichen bestimmten Behandlungen unterziehen, auf Alkohol oder andere Drogen verzichten, zu Hause bleiben und so ein kriminelles Umfeld vermeiden.

Außerdem soll untersucht werden, ob Kinder und junge Erwachsene nach ihrer Unterbringung in Heimen Fußfesseln tragen sollten, um sicherzustellen, dass sie nicht in kriminelles Verhalten zurückfallen.

„Es ist wichtig, dass sie nicht sofort wieder in Banden hineingezogen werden“, sagte Waltersson Grönvall, die darauf hinwies, dass Täter und Opfer immer jünger, während die Straftaten immer schwerer würden.

Nach Angaben der schwedischen Polizei gibt es derzeit 1.725 bestätigte Personen unter 18 Jahren in kriminellen Banden. Die Dunkelziffer dürfte jedoch höher sein.

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