Schweden: Reise nach Washington im Vorfeld des NATO-Beitritts

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Der schwedische Ministerpräsident Ulf Kristersson und Außenminister Tobias Billström sind am Mittwoch nach Washington gereist, um bilaterale Gespräche mit der US-Regierung zu führen und Mitglieder des Kongresses zu treffen, wie die Regierung in einer Pressemitteilung bekannt gab. [Shutterstock/Fly Of Swallow Studio]

Der schwedische Ministerpräsident Ulf Kristersson und Außenminister Tobias Billström sind am Mittwoch nach Washington gereist. Dort könnte Schweden in den kommenden Tagen offiziell der NATO beitreten. 

Ministerpräsident Ulf Kristersson und Außenminister Tobias Billström sind am Mittwoch (6. März) nach Washington gereist, um bilaterale Gespräche mit der US-Regierung zu führen und Mitglieder des Kongresses zu treffen, wie die Regierung in einer Pressemitteilung bekannt gab.

Für viele Experten deutet diese Reise darauf hin, dass die schwedische Regierung sehr zuversichtlich sei, dass Ungarn seine Dokumente am Donnerstag in Washington hinterlegen werde. Sobald Schweden ebenfalls seine Beitrittspapiere in der amerikanischen Hauptstadt hinterlegt hat, kann das Land ein vollwertiges Mitglied der NATO werden.

Am Dienstag unterzeichnete der ungarische Präsident Tamás Sulyok den schwedischen NATO-Antrag und beendete damit eine zweijährige Verzögerung. Stockholm hatte seine Bewerbung bereits im Frühjahr 2022 angekündigt, nachdem Russland in die Ukraine eingefallen war.

Ungarn ist das letzte NATO-Mitglied, dessen Zustimmung zum Beitritt Schwedens zum westlichen Militärbündnis noch fehlte. Es hatte sich zurückgehalten, weil es der Ansicht war, dass Stockholm seinen NATO-Beitritt als selbstverständlich ansah. Außerdem hatte Schweden gegenüber Budapest Vorwürfe der Verletzung der Rechtsstaatlichkeit erhoben, was auf erhebliche Einwände von Ungarn stieß.

Die alle zwei Jahre stattfindende norwegische Militärübung „Cold Response“ – aufgrund der NATO-Mitgliedschaft Finnlands und Schwedens jetzt „Nordic Response“ genannt – findet vom 3. bis 14. März in Nordnorwegen statt und umfasst mehr als 20.000 Soldaten aus 13 verbündeten Staaten.

Die Reise nach Washington fand am selben Tag statt, an dem zwei amerikanische Bomber über Stockholm flogen. Die Flugzeuge – eine B-1B und eine B-52 – wurden von zwei schwedischen Gripen-Kampfjets eskortiert, um schließlich an der NATO-Übung Nordic Response teilzunehmen, teilten die schwedischen Streitkräfte auf ihrer Website mit.

Nach Angaben der schwedischen Streitkräfte ist die Übung „seit langem“ geplant, und es ist üblich, dass Schweden bei militärischen Übungen mit anderen Ländern zusammenarbeitet.

Sobald Schweden Mitglied des transatlantischen Militärbündnisses wird, beginnt der Prozess der Integration des Landes in die Verteidigungs- und Abschreckungspläne der NATO. Es könnte jedoch Jahre dauern, bis Schweden vollständig integriert ist.

[Bearbeitet von Kjeld Neubert]

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