Russland-Sanktionen: Tschechien fordert Ausnahme für Stahl

Síkela hat den Antrag auf eine Ausnahmeregelung am Montag im Rat der EU in Brüssel bestätigt. Sie würde für die Einfuhr von Grobstahlplatten gelten. [Shutterstock/industryviews]

Der tschechische Industrie- und Handelsminister Jozef Síkela bestätigte am Montag, bei der EU einen Antrag auf eine Ausnahme für russische Stahleinfuhren von den EU-Sanktionen gestellt zu haben. Das Land könne den derzeitigen russischen Lieferanten nicht ersetzen.

Síkela hat den Antrag auf eine Ausnahmeregelung bis 2028 am Montag bei einem Ministertreffen in Brüssel bestätigt. Sie würde für die Einfuhr von Grobstahlplatten gelten.

„In der derzeitigen Situation im Baugewerbe, zum Beispiel beim Bau von Brücken, können wir nicht auf sie verzichten“, sagte Síkela vor der Sitzung am Montag vor tschechischen Journalisten.

Tschechien ist optimistisch und erwartet, dass die Ausnahmeregelung genehmigt wird.

„Ich bin fest davon überzeugt, dass der Ansatz, dass Sanktionen in erster Linie demjenigen schaden sollten, gegen den sie gerichtet sind, und nicht demjenigen, der sie anwendet, beibehalten wird“, sagte der Minister. Er fügte hinzu, dass nur noch wenige Lieferanten Stahlplatten herstellen.

Er wies auch darauf hin, dass das Land nach anderen Lösungen suche, aber derzeit keine guten Lösungen vorlägen. Zudem sagte er, dass einige Lieferanten in China ansässig seien, deren Produkte jedoch nicht die erforderliche Qualität aufwiesen und deren Lieferungen unzuverlässig seien.

Die derzeitige Ausnahmeregelung würde nur bis zum nächsten Jahr gelten. Ähnlich wie Belgien und Italien, die ebenfalls eine Ausnahmeregelung anstreben, möchte Tschechien eine Ausnahme für russische Stahlimporte bis zum Jahr 2028, berichtete die Tschechische Nachrichtenagentur.

Der tschechische Antrag auf eine Ausnahmeregelung wurde nach Konsultationen mit Vertretern der tschechischen Stahlindustrie gestellt. Marek Vošahlík vom tschechischen Industrie- und Handelsministerium wies darauf hin, dass der jährliche Stahlverbrauch der tschechischen Industrie bis 2024 bei rund 500.000 Tonnen liegt.

Jana Dronská, Sprecherin des Unternehmens Vítkovice Steel, erklärte gegenüber der Tschechischen Nachrichtenagentur, dass ein Auslaufen der Ausnahmeregelung zu einer Krise in der tschechischen Bau- oder Automobilindustrie führen könnte.

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