Regionalwahlen auf Sardinien: Schwerer Schlag für Meloni vor EU-Wahlen

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Alessandra Todde (Bild), die als erste Frau an der Spitze Sardiniens stehen wird, schlug nach einem langen und hitzigen Wahltag den Mitte-Rechts-Kandidaten und Bürgermeister der Regionalhauptstadt Cagliari. [EPA-EFE/FABIO MURRU]

Alessandra Todde, die Kandidatin der Fünf-Sterne-Bewegung, hat sich bei den Regionalwahlen auf Sardinien gegen Paolo Truzzu von den Fratelli d’Italia durchgesetzt. Das ist ein klarer Rückschlag für den rechten Flügel und die Regierungskoalition von Ministerpräsidentin Giorgia Meloni.

Todde, die als erste Frau an der Spitze Sardiniens stehen wird, schlug nach einem langen und hitzigen Wahltag den Mitte-Rechts-Kandidaten und Bürgermeister der Regionalhauptstadt Cagliari. Nach den inoffiziellen Ergebnissen erhielt Todde rund 45,4 Prozent der Stimmen, während Truzzu auf 45 Prozent kam.

Bei der Anzahl der Stimmen beträgt der Unterschied nur etwa 3.000, was sich durch die getrennte Stimmabgabe erklären lässt, bei der die Bürgerinnen und Bürger eine Stimme für den Präsidenten und eine Stimme für eine Partei abgeben mussten.

Todde erhielt mehr Stimmen als Truzzu. Allerdings erhielten die Parteien, die Truzzu unterstützen, zusammengenommen mehr Stimmen als die, die Todde unterstützen. Die Demokratische Partei (PD) lag an erster Stelle (13,8 Prozent), knapp vor den Fratelli d’Italia (FdI) (13,6 Prozent). Die Fünf-Sterne-Bewegung (5SM) kam mit 7,7 Prozent auf den dritten Platz, während die Forza Italia (FI/EVP) von Außenminister Antonio Tajani 6,4 Prozent erhielt. Matteo Salvinis Lega (ID) schnitt mit nur 3,8 Prozent noch schlechter ab.

Das Wahlergebnis gibt den Befürwortern eines Bündnisses zwischen der 5SM und der PD neuen Auftrieb im Hinblick auf weitere Regionalwahlen vor den Europawahlen im Juni: Abruzzen (10. März), Basilikata (21. bis 22. April), Piemont (8.bis 9. Juni).

Die Regionalwahlen auf Sardinien haben die rechte Koalition von Anfang an gespalten, die sich bereits an anderen Fronten in einer Krise befand, angefangen bei ihrer Position auf der europäischen Bühne.

Meloni hatte ihrem Verbündeten Salvini Truzzu aufgezwungen, noch bevor der scheidende Lega-Präsident Christian Solinas wegen einer Korruptionsaffäre aus dem Amt gedrängt wurde. Nach der Niederlage warfen Meloni und andere Parteimitglieder der Lega jedoch vor, ihren Kandidaten zu behindern, indem sie die zersplitterte Abstimmung begünstigten.

Interessanterweise verlor die rechte Koalition gegen ein gespaltenes Bündnis der Mitte-Links-Parteien. Ein dritter Kandidat, Renato Soru, der von einigen Mitte-Links-Parteien unterstützt wurde, erhielt 8,6 Prozent der Stimmen.

[Bearbeitet von Kjeld Neubert]

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