Portugal will weitere Palästinenser aus dem Gazastreifen evakuieren

Der portugiesische Außenminister João Gomes Cravinho sagte, dass sich zehn bis zwölf Personen im Gazastreifen aufhielten, die Portugal aus humanitären Gründen aufnehmen wolle, weil sie Verbindungen zum Land hätten, etwa ein Aufenthaltsvisum oder Familienangehörige in Portugal. [EPA-EFE/ALAA BADARNEH]

Die portugiesische Regierung will etwa ein Dutzend Palästinenser, die Beziehungen zu dem Land haben, aus dem Gazastreifen nach Portugal holen, erklärte der portugiesische Außenminister João Gomes Cravinho (PS/S&D) am Mittwoch. 

16 Personen mit portugiesischer Staatsangehörigkeit hätten laut Cravinho auf einer „Prioritätenliste“ der Regierung hinsichtlich einer Evakuierung gestanden, seien nun aber im Zuge des Konflikts zwischen Israel und der Hamas bereits aus dem Gazastreifen ausgereist. Die letzte Person sei am Dienstag evakuiert worden.

„Aber wir haben noch einige andere Personen, Palästinenser, die wir ebenfalls aus dem Gazastreifen evakuiert sehen möchten, damit sie in Sicherheit sind und nach Portugal kommen können“, sagte der Minister vor Journalisten in Madrid, wo er an einem Treffen der Außenminister der südlichen Mitgliedsstaaten, bekannt als MED9, teilnahm.

João Gomes Cravinho sagte, dass sich zehn bis zwölf Personen im Gazastreifen aufhielten, die Portugal aus humanitären Gründen aufnehmen wolle, weil sie Verbindungen zum Land hätten, etwa ein Aufenthaltsvisum oder Familienangehörige in Portugal.

Der Minister lehnte es ab, weitere Einzelheiten zu nennen, da „der Dialog mit den Behörden“ Israels und Ägyptens, von denen die Evakierung aus dem Gazastreifen abhängt, „sehr sensibel“ sei.

Am Dienstag wurde ein Baby mit portugiesischer Staatsangehörigkeit sicher aus dem Gazastreifen evakuiert. Es ist das letzte aus der Gruppe der Staatsbürger, die von Portugal aufgefordert wurden, das Gebiet zu verlassen, so eine offizielle Quelle des Außenministeriums.

Das Kind hatte die Erlaubnis, zusammen mit Familienangehörigen auszureisen. Diese kamen jedoch tragischerweise bei einem Bombardement im Süden des Gazastreifens am Mittwoch ums Leben.

Dabei starben drei portugiesische Staatsangehörige, ein Erwachsener und zwei Kinder, sowie die zwei Familienmitglieder, die auf der Liste standen, die die portugiesische Regierung den Behörden für die Evakuierung aus dem Gazastreifen vorgelegt hatte.

Ein weiterer portugiesischer Staatsangehöriger, der zur prioritären Gruppe gehöre, habe sich entschieden, in Gaza zu bleiben, so die offizielle portugiesische diplomatische Quelle.

Am vergangenen Donnerstag hatte das Außenministerium zudem die Ausreise von acht Bürgern bekanntgegeben, denen Portugal die Möglichkeit zur Ausreise signalisiert hatte – zwei Staatsangehörige und sechs Familienmitglieder – über den Grenzübergang Rafah, der für den Rückzug ausländischer Bürger aus dem Gazastreifen nach Ägypten geöffnet ist.

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