Portugal, Spanien und Frankreich werden ihre Beziehungen im Energiebereich verstärken. Dies geht aus einer Vereinbarung hervor, die am Dienstag in Brüssel zusammen mit der EU-Kommission unterzeichnet wurde.
Die Unterzeichner und Portugal, vertreten durch die amtierende Staatssekretärin Ana Fontoura Gouveia, sind sich laut einer Erklärung der EU-Kommission einig, „dass der Aufbau von Energieinfrastrukturen für die Verwirklichung eines sicheren und effizienten Energiebinnenmarktes von großer Bedeutung ist.“
Im Rahmen der am Dienstag unterzeichneten Vereinbarung haben sich die drei darauf geeinigt, sich in der 2015 gegründeten Hochrangigen Gruppe zu engagieren. Diese soll „bei strategischen Schlüsselprojekten wie dem Aufbau grenzüberschreitender Verbundnetze und der raschen Umsetzung vorrangiger Projekte im Elektrizitätsbereich zusammenarbeiten.“
Zudem werden in dem Dokument neue Prioritäten für die Hochrangige Gruppe in Bezug auf Offshore-Infrastrukturen und Projekte für erneuerbare Energien eingeführt.
Die Gruppe wird auch das Potenzial von erneuerbarem Wasserstoff auf der Iberischen Halbinsel untersuchen müssen, einschließlich der Speicherung und der Einführung von Wasserstoff-Elektrolyseuren.
Das Memorandum baut auf der Zusammenarbeit der Hochrangigen Gruppe für Verbundnetze in Südwesteuropa, der Erklärung von Madrid (2015) und der Erklärung von Lissabon (2018) auf.
Portugal und Frankreich arbeiten an einem Projekt zum Ausbau der Verbindungskapazitäten zwischen Portugal (Minho) und Spanien (Galicien). Dadurch soll der iberische Strommarkt (Mibel) effizienter funktionieren, was sich auch auf den europäischen Strombinnenmarkt auswirkt. Außerdem ist eine Verbindung zwischen Spanien und Frankreich über den Golf von Biskaya geplant.
Die Gaspipeline zwischen der spanischen Stadt Barcelona und der französischen Stadt Marseille (BarMar), die Energie zwischen der iberischen Halbinsel und Frankreich transportieren soll, wurde für 2022 angekündigt und soll fünf bis sieben Jahre Bauzeit in Anspruch nehmen.
Im Oktober 2022 vereinbarten Portugal und Spanien mit Frankreich den Bau neuer Leitungen für den Transport von grünem Wasserstoff. Eine dieser Leitungen soll zwischen Celorico da Beira und Zamora (CelZa) und die andere zwischen Barcelona und Marseille (BarMar) verlaufen. Es handelt sich dabei um das Projekt H2MED, dem auch Deutschland beitreten wird, um seine Energieabhängigkeit von Russland zu verringern.
Die Hochrangige Gruppe wurde im Juni 2015 eingesetzt, um wichtige Energieinfrastrukturprojekte in Südwesteuropa zu fördern. Hierzu gehört der Bau der fehlenden grenzüberschreitenden Verbindungsleitungen zwischen der Iberischen Halbinsel und dem restlichen Energiemarkt der Europäischen Union.

