Portugal verzeichnete im Oktober einen Haushaltsüberschuss von 6,2 Milliarden Euro. Das sind 3,4 Milliarden Euro mehr als im gleichen Zeitraum des Vorjahres, teilte das portugiesische Finanzministerium am Donnerstag (30. November) mit.
In einer Erklärung teilte das von Fernando Medina geleitete Ministerium mit, dass sich der bereinigte Haushaltssaldo bis Oktober gegenüber dem Vorjahr zwar verbessert habe, der Überschuss aber im Vergleich zum Vormonat um 1,06 Milliarden Euro gesunken sei.
Die Entwicklung des Überschusses im Jahresvergleich ergibt sich aus einer Verbesserung der Einnahmen um 8,9 Prozent, die höher ist als der Anstieg der Ausgaben um 4,9 Prozent.
Die heute von der Regierung im Vorfeld des von der Generaldirektion Haushalt zu veröffentlichenden Haushaltsvollzugs veröffentlichten Zahlen sind um die Auswirkungen der Integration der Pensionskasse Caixa Geral de Depósitos (FPCGD) bereinigt.
Die Verbesserung der tatsächlichen Einnahmen spiegelt vor allem die Widerstandsfähigkeit des Arbeitsmarktes wider. Der Anstieg der tatsächlichen Ausgaben (der bereinigt um die Auswirkungen der Corona-Maßnahmen und die Folgen des geopolitischen Schocks auf 7,5 Prozent ansteigt) ist stark beeinflusst durch „einkommenssteigernde Maßnahmen, Sozialleistungen sowie die Berücksichtigung der Inflation bei öffentlichen Aufträgen“.
Bis Oktober wuchsen die Steuereinnahmen um 9,1 Prozent. Maßgeblich beeinflusst wurde dies durch den Anstieg der direkten Steuereinnahmen. Gleichzeitig stiegen die Steuereinnahmen im Vergleich zum Vorjahr um elf Prozent.
Der Anstieg der Ausgaben bis zum Oktober im Vorjahresvergleich „wird weiterhin von den Gehältern, dem Kauf von Waren und Dienstleistungen, den Investitionen und den Sozialleistungen angetrieben.“
Das Finanzministerium wies darauf hin, dass die Ausgaben für Sozialleistungen um 16,7 Prozent gestiegen sind, was vor allem auf die Aktualisierung des Sozialhilfe-Indexes (IAS) und Lohnerhöhungen zurückzuführen ist.
Die Personalausgaben stiegen um 7,7 Prozent, die Ausgaben für den Erwerb von Gütern und Dienstleistungen um 6 Prozent und die Ausgaben für Investitionen in der Zentralverwaltung und der Sozialversicherung um 15 Prozent (ohne Kaufkraftparitäten).
Die von der DGO veröffentlichten Zahlen stammen aus der Perspektive der öffentlichen Rechnungsführung, die sich von der volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung unterscheidet, die vom Nationalen Statistikamt (INE) veröffentlicht und traditionell für internationale Vergleiche verwendet wird.

