Die Bemühungen der zentristischen Regierung von Polens Ministerpräsident Donald Tusk, den Einfluss der nationalkonservativen Vorgängerregierung der PiS (EKR) zurückzudrängen, setzen sich fort. Die Regierung hat nun mit strukturellen und personellen Veränderungen beim teilstaatlichen Mineralölkonzern Orlen begonnen.
Auf der Hauptversammlung der Orlen-Aktionäre am Dienstag (6. Februar) wurden alle Mitglieder des Aufsichtsrats entlassen und ersetzt. Dieser war von der PiS-Vorgängerregierung eingesetzt worden.
Am Dienstag war auch der letzte Tag für den von der PiS favorisierten Daniel Obajtek als Geschäftsführer von Orlen. Als Öl-Magnat war Obajtek – auch im Ausland – unter dem Spitznamen „Don Orleone“ bekannt.
Obajtek war bereits am vergangenen Donnerstag vom bisherigen Aufsichtsrat entlassen worden.
Unbestätigten Medienberichten zufolge könnte Obajtek durch die ehemalige EU-Kommissarin für Binnenmarkt und Dienstleistungen, Elżbieta Bieńkowska, ersetzt werden.
Nach den Eingriffen des Ministers für Staatseigentum, Borys Budka, wird der Aufsichtsrat nun vollständig von der Tusk-Regierung kontrolliert, ohne direkte Kontrolle über die Handlungen des Orlen-Managements.
Laut dem Onlineauftritt des Konzerns verkauft dieser seine Produkte in 100 Ländern auf fünf Kontinenten. Orlen-Tankstellen gibt es in Polen, Deutschland, der Tschechischen Republik, der Slowakei, Litauen und seit letztem Jahr auch in Österreich.
Unter der PiS-Regierung expandierte Orlen in neue Tätigkeitsbereiche, darunter erneuerbare Energien, und wurde zu einem der bedeutendsten Sponsoren des Landes in den Bereichen Kultur und Sport.

