Das französische Energieministerium hat am Mittwoch Frankreichs Energieziele für 2030 vorgestellt. Das als Energie- und Klimastrategie präsentierte Dokumente sei jedoch vollkommen unzureichend, kritisierte postwendend das Climate Action Network Frankreich.
Die in dem Text vorgestellten Zahlen werden in das Gesetz über die Energieproduktion und das Dekret über die mehrjährige Energieplanung einfließen, die beide für Anfang 2024 geplant sind und Teil der „französischen Energie- und Klimastrategie“ sind, die alle fünf Jahre aktualisiert wird.
„Wir befinden uns in einem Wettlauf mit der Zeit und haben keine Minute zu verlieren“, erklärte das Büro von Energieministerin Agnès Pannier-Runacher am Mittwochmorgen bevor sie die energiepolitischen Ziele Frankreichs bis 2030 vorstellte, welche damit in die Phase der öffentlichen Konsultation eintreten.
Wie aus dem Dokument hervorgeht, will Frankreich den Anteil der fossilen Brennstoffe am Gesamtenergieverbrauch bis 2030 auf 42 Prozent reduzieren, indem es 360 bis 400 TWh Atomstrom und 546 TWh an erneuerbaren Energien produziert und seinen Gesamtverbrauch von 1.610 TWh im Jahr 2021 auf 1.200 TWh im Jahr 2030 senkt.
Ehrgeizig für die einen, undurchsichtig für die anderen, beschreibt der Text lediglich Frankreichs Ziele, auch wenn er sich als Energie- und Klimastrategie des Landes präsentiert.
„Es ist etwas übertrieben, von einer französischen Energie- und Klimastrategie zu sprechen, wenn es nur um die Energie geht und nicht um die Nutzung und all die Treibhausgase“, sagte Anne Bringault, Programmdirektorin beim Climate Action Network (RAC), auf X.
„Die Klimaziele stehen noch zur Debatte“, erklärte das Büro von Pannier-Runacher.
Auch im Energiebereich seien die Ziele unzureichend und enthielten keinen Hinweis auf den Anteil der erneuerbaren Energien am Gesamtverbrauch Frankreichs, wie er in der Richtlinie über erneuerbare Energien (RED3) vorgesehen sei, fügte Bringault hinzu.
Im März hatten sich sich die europäischen Verhandlungsführer darauf geeinigt, ein Gesamtziel von 42,5 Prozent für den Anteil erneuerbarer Energien am Endenergieverbrauch der EU festzulegen. Zudem wurden nationale Richtziele gefordert.
Das noch nicht bekannt gegebene französische Ziel dürfte angesichts der in der EU überdurchschnittlich hohen Bereitstellungskapazität des Landes über den 42,5 Prozent liegen.
Gleichzeitig enthält der nationale Energie- und Klimaplan, den Frankreich der Europäischen Kommission am Dienstag (21. November) mit Verspätung vorgelegt hat, keinen Hinweis auf den Anteil der erneuerbaren Energien am französischen Energiemix bis 2030.
„Wenn der Anteil der erneuerbaren Energien nicht explizit genannt wird, liegt das daran, dass die Regierung ihn nicht zeigen will“, so Bringault gegenüber Euractiv Frankreich.

