Im Februar 2024 schlug Tschechien vor, Munition für die Ukraine aus Drittländern zu kaufen. Für die Initiative, der sich bisher sowohl EU- als auch Nicht-EU-Länder angeschlossen haben, werde nun mehr Geld benötigt, so der tschechische Außenminister.
Mit der tschechischen Initiative zum Kauf von Munition für die Ukraine sollte auf die fehlenden Produktionskapazitäten der EU für Munition reagiert werden.
„Wir brauchen mehr Geld. Wir brauchen mehr Geld für Munition. Wir brauchen mehr Munition für die Ukraine“, sagte der tschechische Außenminister Jan Lipavský (Piraten, Grüne/EFA) vor dem Treffen der NATO-Außenminister am Mittwoch (3. April) in Brüssel.
Er fügte hinzu, dass Russland immer noch in der Lage sei, weit mehr Munition zu produzieren als die ukrainischen Verbündeten.
„Wir wollen, dass die Ukraine in der Lage ist, sich gegen die russische Aggression zu verteidigen. Genau dazu soll unsere Initiative beitragen. Deshalb rufe ich alle auf, sich anzuschließen und Geld zur Verfügung zu stellen“, forderte der tschechische Chefdiplomat.
Rund 18 Staaten, auch außerhalb der EU, haben sich bisher der Initiative angeschlossen. Dazu gehören beispielsweise Kanada, Deutschland, Polen, die baltischen Staaten, Belgien, Finnland, Portugal, Schweden, Norwegen, Dänemark, die Niederlande, Luxemburg und Slowenien. Die Slowakei und Ungarn haben hingegen erklärt, dass sie sich nicht an der Initiative beteiligen werden.
Ein bedeutender Beitrag wurde kürzlich von Deutschland angekündigt, das 576 Millionen Euro für den Kauf von 180.000 Stück Artilleriemunition für die Ukraine bereitstellen wird. Weitere Beispiele sind die Bereitstellung von 200 Millionen Euro durch Belgien oder ein Beitrag von 30 Millionen Euro durch Finnland.
Nach Angaben der tschechischen Behörden gebe es auf den Märkten reichlich Munition, aber die finanziellen Mittel seien begrenzt. Tschechien hat seinerseits zugesagt, den Kauf von rund 500.000 Stück Munition zu finanzieren, wie das tschechische Verteidigungsministerium gegenüber dem Nachrichtenportal Seznam Zprávy erklärte.
Der tschechische Präsident Petr Pavel hatte zuvor erklärt, dass der Staat mehr als 800.000 Stück verfügbare Munition auf dem Markt identifiziert habe. Ziel der tschechischen Behörden ist es, investitionswillige Staaten mit zuvor ermittelten Munitionslieferanten in Drittländern zusammenzubringen. In welchen Staaten die Munition gekauft wird, bleibt geheim.
Nach Angaben der tschechischen Regierung könnte die im Rahmen der tschechischen Initiative gekaufte Munition die Ukraine im Juni 2024 erreichen.
Die ukrainischen Behörden fordern seit Monaten Munitionslieferungen, da Russland die ukrainischen Kapazitäten auf dem Schlachtfeld bei weitem übertrifft.
[Bearbeitet von Kjeld Neubert]

