Die italienische Ministerpräsidentin Giorgia Meloni hat ihren libanesischen Amtskollegen Najib Azmi Miqãti besucht und dabei angeboten, Italiens militärische Präsenz im Land auszuweiten. Der Besuch fand vor dem Hintergrund wachsender Spannungen an der Grenze zu Israel statt.
Bei ihrem Treffen mit dem libanesischen Ministerpräsidenten bekräftigte Meloni (Fratelli d’Italia/EKR) die Bereitschaft Italiens, weiterhin zur Sicherheit und Stabilität des Libanon beizutragen.
Das Land macht seit mehreren Jahren eine schwere politische und wirtschaftliche Krise durch und erlebt derzeit ein Wiederaufflammen der Feindseligkeiten zwischen Israel und der Hisbollah, einer pro-iranischen, libanesischen Miliz, im Rahmen des Israel-Hamas-Konflikts.
Ziel Italiens sei es, „jedes Risiko einer Eskalation an der Grenze zu Israel zu vermeiden“, hieß es in einer Mitteilung der italienischen Regierung.
Das bilaterale Treffen bot die Gelegenheit für eine „konkrete Annäherung“ an den Libanon und einen „vertieften Meinungsaustausch über die internationale Lage, insbesondere in Bezug auf den Nahen Osten“.
Italien sei bereit, die libanesischen Streitkräfte durch weitere Aktivitäten zu unterstützen. Dies schließe die Möglichkeit ein, die Präsenz italienischer Soldaten in der bilateralen Mission Mibil zu erhöhen.
„Unsere Armee ist nicht nur da, um die Fahne zu bewachen, sie ist ein operativer Arm der internationalen Politik“, betonte Außenminister Antonio Tajani (Forza Italia/EVP).
Miqãti wiederholte seine Wertschätzung für Italiens Beitrag zur Unifil-Mission und zu den Ausbildungsaktivitäten der libanesischen Streitkräfte sowie seine Bereitschaft, den Handel und die Migrationspolitik im Mittelmeerraum zu stärken. Zudem sollen die Maßnahmen gegen irreguläre Migration und Menschenhandel besser koordiniert werden.
Außerdem wurden mögliche politische Lösungen für die Flüchtlingskrise erörtert, mit der der Libanon seit einiger Zeit konfrontiert ist, speziell im Zusammenhang mit der Krise im benachbarten Syrien.
Die Reise bot der Ministerpräsidentin die Gelegenheit, den Militärstützpunkt ‚Millevoi‘ in Shama zu besuchen und ihre „Dankbarkeit für den Einsatz zur Aufrechterhaltung des Friedens und der Sicherheit“ der im Libanon stationierten italienischen Kontingente zum Ausdruck zu bringen.
„Italien ist euch dankbar (…) Der Libanon spielt eine grundlegende Rolle im Nahen Osten, das wisst ihr“, sagte Meloni zu den Soldaten, bevor sie auf die aktuellen Konflikte zu sprechen kam.
„Dies sind schwierige Tage im Nahen Osten, in Europa, in der ganzen Welt (…) Ihr seid das Bollwerk, das dazu beiträgt, dass das Feuer sich nicht weiter ausbreitet“, so Meloni weiter.

