Mehr Gas aus Aserbaidschan: Bulgarien wird Zentrum der Balkan-Energieversorgung

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Der bulgarische Parlamentssprecher Rosen Zhelyazkov ist zu einem offiziellen Besuch in Aserbaidschan und hat mit dem aserbaidschanischen Präsidenten Ilham Aliyev Gespräche über die Sicherung aserbaidschanischen Gases für Rumänien, Ungarn, die Slowakei, Moldawien und die Ukraine geführt. [Shutterstock/Kletr]

Bulgarien verhandelt mit Aserbaidschan über mehr Gaslieferungen an Rumänien, Moldau und die Ukraine über den künftigen Balkangaskorridor, teilte das bulgarische Parlament am Montag (4. März) mit. Dieser steht im Zentrum von Plänen, die Energieversorgung nach Auslaufen der Transitverträge mit Russland zu sichern.

Der bulgarische Parlamentssprecher Rosen Zhelyazkov ist derzeit zu einem offiziellen Besuch in Aserbaidschan. Dort hat er mit dem aserbaidschanischen Präsidenten Ilham Aliyev Gespräche über die Sicherung der aserbaidschanischen Gasversorgung für Rumänien, Ungarn, die Slowakei, Moldawien und die Ukraine geführt.

„Die ausgezeichneten Beziehungen und der strategische Dialog zwischen Sofia und Baku werden für die Diversifizierung der Energieversorgung der bulgarischen Wirtschaft immer wichtiger, vor allem nach der militärischen Aggression Russlands gegen die Ukraine“, so Zhelyazkov gegenüber Aliyev.

Das Vorhaben, die Kapazität der Gasversorgung zwischen den Balkanländern, der Republik Moldau und der Ukraine zu erhöhen, wird sowohl von den USA als auch von der EU unterstützt.

Aserbaidschan ist für die Energieversorgung des Projekts von zentraler Bedeutung, da es Gas über den südlichen Gaskorridor nach Griechenland und von dort nach Bulgarien liefern kann.

Die zusätzlichen aserbaidschanischen Gasmengen könne sowohl in die Region Südosteuropa als auch in die Westbalkan-Länder geliefert werden, teilte das Pressezentrum des bulgarischen Parlaments nach dem Treffen zwischen Zhelyazkov und Ilham Aliyev mit.

Bulgarien erhält derzeit zwischen einer und 1,5 Milliarden Kubikmeter aserbaidschanisches Gas pro Jahr, was etwa 40 Prozent des Gasbedarfs des Landes entspricht.

Die Lieferungen erfolgen über die neue Gasleitung zwischen Bulgarien und Griechenland, die mit Mitteln der EU-Kommission gebaut und vor eineinhalb Jahren in Betrieb genommen wurde.

Die Kapazität der Pipeline kann von drei Milliarden Kubikmeter pro Jahr auf fünf Milliarden Kubikmeter Gas erhöht werden, die nach Norden transportiert werden. Dies ist für die Ukraine von entscheidender Bedeutung, da die Verträge für den Transport von russischem Gas Ende 2024 auslaufen.

Bulgarien soll ab 2025 zu einer Schlüsselroute für die Energiesicherheit in der Region werden. Es wäre dann die einzige Route für den Transfer von russischem und aserbaidschanischem Pipelinegas sowie von Flüssiggas aus Griechenland und der Türkei in die Nachbarländer im Westen und Norden.

Rosen Zhelyazkov erklärte gegenüber Aliyev, dass Bulgarien das Ziel habe, ein wichtiger regionaler Knotenpunkt für den Empfang und die Verteilung von Erdgas aus Aserbaidschan und anderen Quellen zu werden.

Ilham Aliyev betonte, dass die Beziehungen zwischen Aserbaidschan und Bulgarien nicht nur freundschaftlich, sondern auf die Ebene einer strategischen Partnerschaft gehoben worden seien. Dies habe ein neues Kapitel in den bilateralen Beziehungen eröffnet.

„Dank dieser [Partnerschaft] hatte Bulgarien die Möglichkeit, ein Transitland für aserbaidschanisches Gas zu werden (…) Wir schätzen die Partnerschaft in diesem Bereich sehr“, so der aserbaidschanische Präsident.

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