Die Zahl der Arzneimittelengpässe hat 2022 einen neuen Rekord erreicht: 1.514 Mal war ein Medikament für mindestens zwei Wochen nicht verfügbar, im Vergleich zu 1.007 Fällen im Jahr 2021, was der Vorsitzende der Apothekerorganisation KNMP, Aris Prins, als alarmierend bezeichnet.
In den Niederlanden habe es noch nie eine solche Arzneimittelknappheit gegeben wie im Jahr 2022, sagte Prins am Samstagabend gegenüber KASSA. Zudem seien etwa 10 Prozent der Medikamente gänzlich vom Markt verschwunden.
„Gleichzeitig gibt es Hoffnung, da die Regierung nun fordert, dass zusätzliche Vorräte angelegt werden“, sagte Prins. Dies bezieht sich auf eine neue Politik, die am 1. Januar in Kraft getreten ist und Großhändler und Zulassungsinhaber dazu verpflichtet, einen „ausreichenden Vorrat“ an Medikamenten zu halten.
„Es ist wichtig, dass sich alle daran halten. Das ist absolut notwendig, denn Patient:innen, Apotheker:innen und andere Leistungserbringer:innen erleben jeden Tag ein außerordentliches Maß an Ärger“, fügte er hinzu.
Zu den Arzneimittelmängeln gehören Methylphenidat-Tabletten, Benzbromaron-Tabletten, Oxytocin-Injektionsflüssigkeit, Clobazam-Tabletten und Chloramphenicol-Augentropfen. Etwa 57 Prozent dieser Engpässe werden innerhalb von zehn Wochen nach ihrer Meldung behoben.
Die Verknappung von Antibiotika und anderen Arzneimitteln bereitet den Regierungen in der gesamten Europäischen Union großes Kopfzerbrechen, da die Bürger:innen zunehmend verärgert sind, weil sie keinen Zugang zu wichtigen Medikamenten haben.
Die KNMP spricht sich dafür aus, die Produktion von Arzneimitteln wieder nach Europa zu holen. „Wir sind verwundbar. Die Niederlande sind von weit entfernten Ländern wie China und Indien abhängig.“

