Kroatien, Italien und Slowenien wollen Zusammenarbeit gegen irreguläre Migration ausweiten

Nach Angaben des Ministeriums verzeichnete Kroatien im Jahr 2023 einen 40-prozentigen Anstieg illegaler Grenzübergänge. Dabei handelte es sich hauptsächlich um Personen aus dem benachbarten Bosnien und Herzegowina. Rund 1.700 Personen wurden wegen Menschenschmuggels festgenommen. [Shutterstock/Lightspring]

Die Innenminister Kroatiens, Italiens und Sloweniens haben sich darauf geeinigt, ihre Zusammenarbeit beim Grenzschutz auf den Westbalkan auszuweiten, einer häufig genutzten Transitroute für irreguläre Migration. 

„Die Bürgerinnen und Bürger Italiens, Kroatiens und Sloweniens sind durch die Polizeikontrollen, die vor allem in den Grenzgebieten stattfinden, nicht bei der Einreise gestört worden“, so Kroatiens Innenminister Davor Bozinovic laut Hina nach dem Treffen in Buzet.

Er verwies auf Erfolge: Allein in diesem Jahr [2024] seien bereits 90 Schleuser festgenommen worden.

Nach Angaben des Ministeriums verzeichnete Kroatien im Jahr 2023 einen 40-prozentigen Anstieg illegaler Grenzübertritte. Dabei handelte es sich hauptsächlich um Personen aus dem benachbarten Bosnien und Herzegowina. Rund 1.700 Personen wurden wegen Menschenschmuggels festgenommen.

Bozinovic, der slowenische Minister Bostjan Poklukar und der italienische Minister Matteo Piantedosi hatten sich erstmals im November in Triest getroffen. Dabei war beschlossen worden, die polizeilichen Maßnahmen zur Bekämpfung der illegalen Einwanderung und des Menschenschmuggels in der Region zu koordinieren.

Piantedosi erklärte, dass die neu eingeführten Polizeikontrollen erfolgreich waren.

Die italienische Polizei habe seit Oktober letzten Jahres 1.600 illegale Einreisen nach Italien registriert. Etwa 70 Personen, die krimineller Aktivitäten verdächtigt werden, wurden festgenommen, darunter etwa 50 Menschenschmuggler.

Der slowenische Innenminister Poklukar bekräftigte die Notwendigkeit von Polizeikontrollen, da „das derzeitige System des Schengen-Raums nicht funktioniert“, berichtete Hina.

Poklukar fügte hinzu, dass sich die drei Minister darauf geeinigt hätten, Güterverkehr und Grenzpendler von den Kontrollen auszunehmen.

Wie genau die polizeiliche Zusammenarbeit auf die Länder des westlichen Balkans ausgeweitet werden soll, wird beim nächsten Treffen im März festgelegt werden.

„Wir haben vereinbart, auf dem westlichen Balkan zusammenzuarbeiten, da wir einen großen Zustrom illegaler Migranten haben. Allein im letzten Jahr haben die slowenischen Behörden 60.000 illegale Einwanderer beim Überschreiten der slowenischen Grenze erwischt. Das ist eine enorme Zahl für Slowenien“, sagte Poklukar.

Nach Angaben der slowenischen Polizei stieg die Zahl der illegalen Grenzübertritte im Jahr 2023 im Vergleich zum Vorjahr um 89 Prozent. 30 Prozent der illegalen Migranten waren Staatsangehörige aus Afghanistan, gefolgt von Marokko und Pakistan.

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