Die Journalisten der italienischen Nachrichtenagentur streiken ab Donnerstag (21. März), um gegen den möglichen Verkauf der Agentur AGI an den Lega-Abgeordneten Antonio Angelucci zu protestieren. Der Verkauf an den Rechtspopulisten würde die Pressefreiheit untergraben, heißt es.
Der Lega-Abgeordnete Antonio Angelucci, welcher bereits Herausgeber mehrerer Tageszeitungen ist (Libero, il Giornale und il Tempo), soll angeblich 40 Millionen Euro geboten haben, um die italienische Nachrichtenagentur zu kaufen.
Die Gewerkschaftsvertretung der Journalisten rief daraufhin zu einem zweitägigen Streik auf, da „keine offizielle Antwort des Unternehmens über die zukünftige Eigentümerstruktur der Agentur“ vorliege.
Die Agentur, die sich derzeit im Besitz des Mineralölkonzerns Eni befindet, an dem das Finanzministerium einen Anteil von 4 Prozent hält, plane bereits einen „signifikanten Personalabbau“, berichteten Journalisten.
„Im Laufe der Jahre hat sich Eni als Verleger erwiesen, der in der Lage ist, die Beschäftigungsniveaus zu schützen und stets die Unabhängigkeit und Autonomie der Journalisten zu garantieren“, hieß es von den Journalisten.
Diese Elemente seien durch das geplante Verkaufsszenario an die Verlagsgruppe Angelucci stark gefährdet.
Eni hat versucht, die Situation zu beschwichtigen, indem es behauptete, dass eine ’spontane Interessensbekundung‘ von einer interessierten Partei eingegangen sei. Es hätte jedoch nur ein vorläufiges Gespräch stattgefunden, aber keine Verhandlungen.
Journalisten glauben, dass die Garantie des Medienpluralismus im Land auf dem Spiel steht, und die linken Oppositionsparteien – die Demokratische Partei (PD/S&D) und die 5-Sterne-Bewegung – haben ihre Unterstützung zum Ausdruck gebracht.
Ein drohender Verkauf von AGI an einen rechtspopulistischen Senator, der bereits mehrere Zeitungen besitzt, sei ernstzunehmen, sagte PD-Chefin Elly Schlein.
Der Kauf durch die Rechte könnte „ein weiterer Schlag gegen die Pressefreiheit in Italien sein“, fügte sie hinzu. „Es ist klar, dass es sich um einen Fall von Interessenkonflikt handelt.“
Die Mitglieder der 5-Sterne-Bewegung im Kulturausschuss der Abgeordnetenkammer teilen diese Ansicht und sprechen von einer ‚Bedrohung der Pressefreiheit‘.
„Es ist eine Bedrohung für die Unabhängigkeit einer der größten Nachrichtenagenturen Italiens“, erklärten sie und zitierten die Europäische Union, die kürzlich ein neues Gesetz zum Schutz von Journalisten und der Pressefreiheit verabschiedet hat.
„Der Verkauf von Agi an Angelucci schafft eine beunruhigende Situation in Bezug auf die Beziehungen zwischen Politik und Information“, fügten sie hinzu.

