Italiener zunehmend skeptisch über Rolle der EU im Ukraine-Krieg

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Laut der Umfrage sind 40 Prozent der Italiener der Meinung, dass die EU eine "negative Rolle" gespielt hat, während nur 21 Prozent der Meinung sind, dass sie gut gehandelt hat. Damit ist Italien neben Griechenland, Österreich, Frankreich und Ungarn eines der europaskeptischsten Länder des Kontinents. [Shutterstock/Ruggiero Scardigno]

Die Italiener gehören zu den skeptischsten und desillusioniertesten Europäern, was die Zukunft der Ukraine angeht. Vor allem glauben sie nicht, dass die EU eine positive Rolle in dem Konflikt gespielt hat, wie eine Umfrage des European Council on Foreign Relations ergibt.

Laut der Umfrage sind 40 Prozent der Italiener der Meinung, dass die EU eine „negative Rolle“ gespielt hat, während nur 21 Prozent der Meinung sind, dass sie gut gehandelt habe. Damit ist Italien neben Griechenland, Österreich, Frankreich und Ungarn eines der kritischsten europäischen Länder, was die EU-Unterstützung für die Ukraine angeht.

Sollte Donald Trump ins Weiße Haus zurückkehren und die Hilfe Washingtons für Kyjiw kürzen, sind nur elf Prozent der Italiener der Meinung, dass Europa seine Unterstützung für die Ukraine aufstocken sollte. Dagegen sind 38 Prozent der Meinung, Europa solle den USA folgen und die Unterstützung für Kyjiw einschränken.

Diese Daten könnten den politischen Parteien im Vorfeld der Europawahlen im Juni als Richtschnur dienen, scheinen aber im Moment keine Auswirkungen zu haben. Die Regierung von Giorgia Meloni hat wiederholt ihre volle Unterstützung für die Ukraine bekräftigt, „so lange wie nötig“ für einen „gerechten Frieden.“

Das Land, das seit Januar den G7-Vorsitz innehat, befürwortet zudem schärfere Sanktionen gegen Russland. Anlässlich des zweiten Jahrestages des Krieges in der Ukraine wird die G7 am Samstag zum ersten Mal zusammenkommen, um vor allem über Kyjiw, aber auch über die Krisen im Nahen Osten und am Roten Meer zu sprechen.

Vor einem Jahr sprach der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj per Videoschalte vor den Gesprächen zwischen Meloni, den Staats- und Regierungschefs der anderen G7-Staaten sowie den Spitzen von EU-Kommission und Europäischem Rat.

Am Ende des diesjährigen Gipfels soll eine gemeinsame Erklärung abgegeben werden, um dem „falschen Narrativ, der Westen sei der Auswirkungen des Konflikts überdrüssig“ entgegenzuwirken.

Außerdem wird eine Verschärfung der Sanktionen erörtert, insbesondere um die Finanzströme nach Russland und die Energielieferungen an Drittländer zu unterbinden.

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