Nur zehn Prozent der ukrainischen Flüchtlingskinder in Rumänien können alle ihre Grundbedürfnisse befriedigen. Bei 60 Prozent können nur einige oder einen Teil ihrer Bedürfnisse erfüllt werden, so eine im Februar durchgeführte Analyse der Organisation Save the Children.
Save the Children Romania hat eine Umfrage durchgeführt, um die wichtigsten Bedürfnisse ukrainischer Flüchtlinge zu ermitteln.
Von den befragten Flüchtlingen gaben 93 Prozent an, in Mietwohnungen oder -häusern zu leben. 2,86 Prozent lebten in von der Regierung zur Verfügung gestellten Unterkünften und 2,39 Prozent bei Privatpersonen, ohne Miete zu zahlen.
Von den Bedürfnissen, die sie nicht befriedigen können, sind der Umfrage zufolge am häufigsten (74 Prozent) Miet- und Versorgungszahlungen, 54 Prozent Arztbesuche und Medikamente, 43 Prozent Kleidung und Schuhe und 39 Prozent Haushaltsgegenstände.
Die Umfrage ergab auch, dass 34 Prozent der Kinder Unterstützung beim Erlernen der rumänischen Sprache benötigen. 28 Prozent benötigen Computerausrüstung, 15 Prozent Schulmaterial und zehn Prozent außerschulische Programme.
Was die medizinische Versorgung betrifft, so gaben 37 Prozent der Befragten an, dass medizinische Leistungen zugänglich sind. 45 Prozent sagten, dass sie schwer zugänglich sind. Sechs Prozent gaben an, dass sie überhaupt keinen Zugang haben, zehn Prozent sagten, dass sie diese Leistungen nicht benötigen, und zwei Prozent machten dazu keine Angaben.
Von den befragten Flüchtlingen gaben 62 Prozent an, zum Zeitpunkt der Befragung arbeitslos zu sein. 17 Prozent gaben an, mit einem Arbeitsvertrag in Rumänien beschäftigt zu sein. Elf Prozent sagten, sie arbeiteten für ein Unternehmen außerhalb Rumäniens. Sieben Prozent erklärten, sie seien ohne Arbeitsvertrag beschäftigt, und drei Prozent gaben an, sie seien im Ruhestand.
Die Analyse zeigt, dass mangelnde rumänische Sprachkenntnisse von den meisten ukrainischen Flüchtlingen als Haupthindernis für die Arbeitsaufnahme genannt werden (65 Prozent), gefolgt von der Notwendigkeit, ein Familienmitglied zu pflegen (54 Prozent).
Ein weiteres Problem, mit dem Flüchtlinge konfrontiert sind, ist die bürokratische Trägheit in Rumänien, insbesondere bei den lokalen Behörden.
Zehntausende ukrainische Flüchtlinge erhalten erst seit letzter Woche die von der EU zugewiesenen Mittel für Unterkunft und Verpflegung, wobei Zahlungsrückstände bis Juli 2023 zurückreichen.
Nach Angaben des UNHCR beherbergt Rumänien derzeit mehr als 135.000 Flüchtlinge aus der Ukraine. Die meisten von ihnen sind Frauen und Kinder.

