Das Wahlbündnis mit zwei EVP-Parteien dürfte Tschechiens Regierungspartei ODS schaden, befürchtet der tschechische ODS-Europaabgeordnete Evžen Tošenovský, der sich zudem gegen einen Wechsel der Partei von der EKR zur EVP aussprach.
Im Interview mit Euractiv wies der Abgeordnete darauf hin, dass bei den Europawahlen alle Szenarien noch möglich seien.
„Wir wissen nicht, inwieweit die EVP stärker oder schwächer werden wird, was mit den Sozialdemokraten passieren wird, was mit Renew passieren wird, die sich möglicherweise auflösen werden“, sagte Tošenovský, der nach dem Ende seiner dritten Legislaturperiode als EU-Abgeordneter nicht mehr kandidieren will.
In Bezug auf die Zukunft seiner Partei auf der politischen Bühne der EU sagte Tošenovský, dass die Entscheidung der ODS, eine Koalition namens „Together“ mit zwei Parteien der Europäischen Volkspartei (EVP) zu bilden, die von Premierminister Fiala angeführt wird, für die ODS nach hinten losgehen könnte.
Die ODS könnte mit der Koalition weniger Sitze gewinnen könnte, als wenn sie unabhängig antreten würde, so Tošenovský.
Die rechtsgerichtete Partei mit ihren leicht euroskeptischen Ansichten hat eine solide politische Schnittmenge mit der EKR. Doch die Aufnahme mehrerer „problematischer“ Parteien in die konservative Fraktion hatte die Frage aufgeworfen, ob die ODS nicht besser in die konservative EVP-Fraktion wechseln sollte.
Teil der Diskussion ist die Frage, wie dieser Schritt sich auf den Einfluss der Partei auswirken würde.
„Ich glaube nicht, dass die ODS durch einen Beitritt zur EVP gestärkt würde. Ich glaube, sie würde geschwächt, weil die EVP ganz andere Vorstellungen von Europa hat als wir und unsere Meinung dort in der Minderheit wäre“, sagte Tošenovský Euractiv in einem Podcast-Interview während der Plenarsitzung im November in Straßburg.
Obwohl die EKR nur etwa 60 Abgeordnete hat, hat sie in letzter Zeit gezeigt, dass sie die Meinung des Europäischen Parlaments beeinflussen kann. Tošenovskýs ODS-Kollege Alexandr Vondra sorgte mit Unterstützung anderer Fraktionen, darunter der ID, für eine Mehrheit, die die Grenzwerte der Euro-7-Emissionsnormen für Fahrzeuge im Positionspapier des Europäischen Parlaments lockerte.

