Dänemark plant, die allgemeine Wehrpflicht zu verlängern und auf Frauen auszuweiten. Von der Gewerkschaft der Streitkräfte gibt es jetzt allerdings Gegenwind. Denn die Pläne seien aufgrund von Personalmangel „unrealistisch“.
Am Mittwoch kündigte die dänische Regierung Pläne an, die Dauer des Wehrdienstes für Wehrpflichtige und Wehrdienstleistende von vier auf elf Monate zu verlängern. Sie kündigte auch Pläne an, die Wehrpflicht auf Frauen auszudehnen, um die dänische Verteidigung zu stärken.
Ziel der Regierung ist es, ab 2026 5.000 Rekruten für einen 11-monatigen Dienst einberufen zu können. Im vergangenen Jahr leisteten rund 4.700 Dänen Wehrdienst, die meisten für vier Monate.
Der Plan der Regierung ist für den Zentralverband des Personals der Streitkräfte (CS), die Gewerkschaft, die die Interessen der Angehörigen der dänischen Streitkräfte vertritt, „völlig unrealistisch“.
„Wir sind überhaupt nicht bereit“, sagte CS-Vorsitzender Jesper K. Hansen dänischen Medien.
„Wenn wir schon zu wenige sind, um das zu tun, was wir jetzt tun müssen, dann wird das Problem nicht kleiner, indem wir noch mehr Arbeit auftürmen“, fügte er hinzu.
Das Hauptproblem ist der Personalmangel in den dänischen Streitkräften. Laut Zahlen der dänischen Verteidigungskräfte, die von der dänischen Zeitung DR veröffentlicht wurden, waren im Herbst 2023 25 Prozent der Unteroffiziersstellen in der Armee unbesetzt.
Da die Unteroffiziere die dänischen Rekruten ausbilden, wird die Erhöhung der Rekrutenzahl und ihrer Dienstzeit den Druck auf das bereits angespannte dänische Militärsystem weiter erhöhen.
Es fehle auch an Ausrüstung und geeigneten Einrichtungen, so der CS.
„Manchmal verstehe ich nicht ganz, was die Politiker sagen“, sagt Hansen. „Vielleicht soll das eine Art von Stärke und Führung zeigen, aber kurzfristig ist das überhaupt nicht realistisch.“
Hansen fügte hinzu, dass der Vorschlag der Regierung einen völlig andere Aufbau erfordere, als die, über die Dänemark derzeit verfüge.

