Dänemark wird seinen gesamten Artilleriebestand Kyjiw zur Verfügung stellen, kündigte die dänische Ministerpräsidentin Mette Frederiksen an. Damit ist Dänemark das erste Land, welches sich dazu bereit erklärt. Andere EU-Staaten sollten mehr für die Ukraine tun, so Frederiksen.
„Sie [die Ukrainer] bitten uns jetzt um Munition. Jetzt um Artillerie. Von dänischer Seite haben wir beschlossen, unsere gesamte Artillerie zu spenden“, sagte Frederiksen auf der Münchner Sicherheitskonferenz am Sonntag (18. Februar).
Frederiksen sagte, dass die europäischen Staats- und Regierungschefs oft auf Produktionsprobleme als Hindernis für eine Erhöhung der Lieferungen hinweisen.
„Es tut mir leid, Freunde, aber es gibt immer noch militärische Ausrüstung auf Lager in Europa“, sagte sie.
„Es ist nicht nur eine Frage der Produktion, denn wir haben Waffen, wir haben Munition, wir haben Luftabwehrsysteme, die wir im Moment nicht selbst benutzen müssen. Das muss an die Ukraine weitergegeben werden“, fügte sie hinzu.
Die EU hat vor kurzem eingeräumt, dass sie die zugesagte Menge von einer Million Artilleriegeschosse, die sie der Ukraine bis März liefern wollte, nicht einhalten werden kann.
Der EU-Chefdiplomat Josep Borrell teilte Reportern letzten Monat mit, dass bis zum ursprünglichen Termin rund 524.000 Geschosse an die Ukraine geliefert werden, was etwa 52 Prozent des angestrebten Ziels entspricht.
Die ukrainischen Streitkräfte haben sich am Wochenende aus der wichtigen Stadt Awdijiwka im Osten des Landes zurückgezogen. Sie sind den angreifenden russischen Truppen zahlenmäßig und waffentechnisch unterlegen.
Kopenhagen hat bisher 8,4 Milliarden Euro an Militärhilfe zugesagt.
Nach Angaben des Kiel Institut für Weltwirtschaft sind die dänischen Militärhilfeverpflichtungen seit November um 3,5 Milliarden Euro gestiegen, womit Dänemark gemessen am BIP zu den größten Gebern gehört.
[Bearbeitet von Kjeld Neubert]

