Dänemark kündigt Stationierung von US-Truppen im Land an

"Wir leben in gewalttätigen Zeiten, in denen viele Kräfte unsere Demokratie und die demokratischen Spielregeln herausfordern", begründete Frederiksen das Abkommen mit den USA. [EPA-EFE/EMIL HELMS DENMARK OUT]

Dänemark wird die Stationierung von US-Truppen auf seinem Territorium gestatten. Die Abmachung wird Teil eines am Dienstag angekündigten Abkommens mit den USA sein, welches die Verteidigungszusammenarbeit zwischen beiden Ländern ausbauen soll.

Dänemark folgte damit am Dienstag Schweden und anderen Nachbarländern gefolgt, welche die Stationierung von US-Soldaten auf ihrem Boden bereits gestatten.

Die Vorsitzende der Sozialdemokraten und Ministerpräsidentin Mette Frederiksen kündigte das Verteidigungsabkommen zusammen mit dem liberalen Verteidigungsminister Troels Lund Poulsen auf einer Pressekonferenz an.

„Wir leben in gewalttätigen Zeiten, in denen viele Kräfte unsere Demokratie und die demokratischen Spielregeln herausfordern“, sagte Frederiksen und begrüßte in diesem Zusammenhang das Abkommen mit den USA.

Das Abkommen stelle eine große Veränderung in der dänischen Verteidigungspolitik dar, sagte sie. Die Ministerpräsidentin wies darauf hin, dass das US-Militär dauerhaft auf drei Luftwaffenstützpunkten im Lande stationiert werden könne.

„Dies gilt sowohl für kürzere als auch für längere Zeiträume“, sagte sie. Auf diese Weise stärke Dänemark die Präsenz der USA in Europa und in der Ostsee und trage zur kollektiven Verteidigung Europas durch die NATO bei.

Diese Aufgabe sei eine Kernaufgabe sowohl der NATO als auch Dänemarks als NATO-Mitglied. Das Land ist wie Nachbar Norwegen seit der Gründung des Militärbündnisses im Jahr 1949 dabei.

Es ist jedoch noch nicht klar, wie viele Soldaten tatsächlich im Land stationiert werden. „Wir haben noch nicht entschieden, wie viele es sein werden“, erklärte Fredriksen.

Dänemarks Kurswechsel in der Militärpolitik ist jedoch keine große Überraschung, da seine nordischen Nachbarn schrittweise den gleichen Weg eingeschlagen haben.

Schweden unterzeichnete Anfang des Monats ein Abkommen über die Zusammenarbeit im Verteidigungsbereich, das den USA Zugang und die Erlaubnis zur teilweisen Nutzung von 17 schwedischen Militärstützpunkten, -einrichtungen und -übungsplätzen gewährt. Das jüngste Mitglied der NATO und Nachbar Russlands, Finnland, unterzeichnete am Montag ein eigenes Abkommen mit den USA, das ihnen Zugang zu 15 militärischen Einrichtungen gewährt.

Die dänische Koalitionsregierung betonte jedoch, dass das Abkommen nichts an der dänischen Position ändere, dass auf dänischem Boden keine Atomwaffen stationiert würden.

„Alle Aktivitäten werden mit der dänischen Verteidigung koordiniert und in Übereinstimmung mit dem Gesetz und der Souveränität Dänemarks durchgeführt“, sagte Poulsen.

Das Abkommen erstreckt sich nicht auf Grönland und die Färöer-Inseln, die weitgehend selbstverwaltete Teile Dänemarks sind. Es muss noch vom Parlament genehmigt werden, was nach Schätzungen der Regierung ein Jahr dauern könnte.

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