Bulgarische Rechte besuchen Moskau auf Einladung von Putins Partei

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Vazrazhdane ist die drittstärkste politische Kraft im bulgarischen Parlament und hat bei den letzten Parlamentswahlen 14,3 Prozent der Stimmen erhalten. Die Anhänger der Partei kommen aus prorussischen Kreisen der bulgarischen Gesellschaft. [Shutterstock/Plam Petrov]

Trotz des anhaltenden Kriegs Russlands gegen die Ukraine hat Bulgariens prorussische rechte Partei Vazrazhdane (Wiedergeburt) auf Einladung der Partei Einiges Russland des russischen Präsidenten Wladimir Putin eine Delegation nach Moskau entsandt.

Dies geht aus einer Mitteilung der Diplomatischen Akademie des russischen Außenministeriums hervor.

Das russische Außenministerium, das die Ankündigung auf seiner Website veröffentlichte, nannte die Mitglieder der Delegation nicht namentlich. Es veröffentlichte jedoch ein Foto, das die Abgeordneten Angel Georgiev, Kosta Stoyanov, Daniel Petrov und Ivelin Parvanov, zeigt.

Später am Tag gab auch Vazrazhdane den Besuch bekannt und erklärte, dass auch Abgeordnete in Ungarn gewesen seien und demnächst nach Moldawien reisen würden. Das Ziel der Partei sei es, „Partnerschaften in der ganzen Welt aufzubauen.“

Der russische diplomatische Dienst habe der bulgarischen Delegation seine Arbeit vorgestellt. Der Leiter des russischen Instituts für Aktuelle Internationale Probleme, W.B. Kosjulin, stellte Projekte wie den „Kurs für junge weise Männer“, „Politik des historischen Gedenkens“ und andere vor, hieß es in der Mitteilung.

Das neue außenpolitische Konzept der Russischen Föderation wurde den bulgarischen Abgeordneten ebenfalls vorgestellt, so die Akademie. Die bulgarischen Abgeordneten gratulierten dem Team der Akademie zu ihrem 90-jährigen Bestehen und wünschten ihr Erfolg.

Vazrazhdane ist die drittstärkste Kraft im bulgarischen Parlament und hat bei den letzten Parlamentswahlen 14,3 Prozent der Stimmen erhalten.

Die Anhänger der Partei kommen aus prorussischen Kreisen der bulgarischen Gesellschaft. Sie konkurriert mit der Bulgarischen Sozialistischen Partei und mehreren kleineren prorussischen Parteien.

Die Partei wird von Rechten unterstützt, die einen Beitritt Bulgariens zur Eurozone ablehnen und auf Neutralität in Russlands Krieg gegen die Ukraine bestehen. Die Anhänger der Partei haben in den sozialen Netzwerken prorussische Falschmeldungen verbreitet und den Austritt Bulgariens aus der NATO gefordert.

Vazrazhdane versuchte erfolglos, ein Referendum gegen die Einführung des Euro in Bulgarien zu veranlassen. Vor einigen Tagen erklärte der Parteivorsitzende Deyan Nikolov in einem Interview für das öffentlich-rechtliche Fernsehen, dass Vazrazhdane die europäischen Partner Bulgariens bitten werde, ein Veto gegen den Beitritt des Landes zur Eurozone einzulegen.

Bereits im Juni 2023 war der Vorsitzende von Vazrazhdane, Kostadin Kostadinov, bei einem diplomatischen Empfang in der russischen Botschaft aufgetreten. Er hatte erklärt, dass Russland nichts anderes als Bulgariens Partner und Verbündeter sein könne.

„Wenn ich ein bulgarischer Bürger wäre, würde ich Kostadin Kostadinov wählen“, sagte die russische Botschafterin in Bulgarien, Eleonora Mitrofanova, einige Monate zuvor in einem Interview.

Mittlerweile hat auch die kleine prorussische Partei ABV bekanntgegeben, dass sie nach Moskau eingeladen wurde.

Der ABV-Vorsitzende Rumen Petkov, ein ehemaliger Innenminister (2005-2008), wird demnach in Moskau eine Erklärung zum Thema „Politisch-rechtliche Aspekte des Vorgehens gegen moderne Formen des Neokolonialismus“ abgeben.

Dies sind die ersten Besuche bulgarischer Politiker in Moskau seit dem Besuch des Ex-Abgeordneten Nikolai Malinov im Jahr 2023. Er ist Vorsitzender der Russophilen Partei und wird der Spionage beschuldigt.

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