Bulgarien sucht Käufer für russische Öl-Raffinerie

Die bulgarische Regierung machte keine konkreten Angaben zum potenziellen Interesse strategischer US-Investoren am Ölgeschäft des russischen Unternehmens, das bereits zugegeben hat, den Verkauf in Bulgarien zu erwägen. [Shutterstock/A_Lesik]

Bulgarien hat der Nutzung der größten Öl-Raffinerie auf dem Balkan, welche dem russischen Unternehmens Lukoil gehört, für russische Öl-Exporte einen Riegel vorgeschoben. Doch nun sucht das Land einen Käufer für die strategisch wichtige Anlage – unter anderem in den USA.

Der bulgarische Finanzminister Asen Vassilev hatte in diesem Zusammenhang in Washington Amos J. Hochstein, den Sonderkoordinator des US-Präsidenten für globale Infrastruktur und Energiesicherheit, getroffen, wie das bulgarische Finanzministerium am Mittwoch mitteilte.

Die bulgarische Regierung machte keine konkreten Angaben zum potenziellen Interesse strategischer US-Investoren am Ölgeschäft von Lukoil, das bereits zugegeben hat, den Verkauf der Raffinierie zu erwägen.

Die Lukoil-Raffinerie in Burgas ist die größte auf dem Balkan und von strategischer Bedeutung für die bulgarische Wirtschaft und Industrie. Sie ist auch für die Region von großer Bedeutung, da sie der Hauptlieferant von Flugzeugtreibstoff ist.

Nach Informationen aus Regierungskreisen zeigt derzeit das staatliche aserbaidschanische Energieunternehmen SOKAR das größte Interesse an einer Übernahme der Lukoil-Aktivitäten in Bulgarien.

Das aserbaidschanische Unternehmen besitzt bereits eine der größten Raffinerien in der benachbarten Türkei, wo es ebenfalls mit russischem Öl arbeitet.

Das Risiko für SOCAR bestehe darin, dass die EU versuchen könnte, die Ölimporte durch die Türkei zu kontrollieren, womit die geopolitische Situation das Haupthindernis für dieses Geschäft darstelle, gaben Quellen gegenüber Euractiv an.

Andere potenzielle Investoren sind US-amerikanische Unternehmen, die jedoch aufgrund ihrer mangelnden Erfahrung auf dem Ölmarkt oder des relativ geringen Umfangs ihrer Vermögenswerte nicht als strategische Investoren angesehen werden können.

Keiner der großen amerikanischen oder europäischen Ölkonzerne habe Interesse am Kauf der Vermögensgegenstände des russischen Unternehmens in Bulgarien gezeigt, so die Quellen.

Die bulgarische Lukoil-Raffinerie wird ab März 2024 kein russisches Öl mehr verarbeiten können, nachdem das bulgarische Parlament Ende letzten Jahres einen Zeitplan für die Einstellung der Importe verabschiedet hatte.

Schon seit Januar darf die Raffinerie keine aus russischem Öl hergestellten Kraftstoffe mehr exportieren.

Anfang Dezember kündigte Lukoil an, dass es die Konzern-Strategie für bulgarische Vermögenswerte zu überprüfen beginne und dass „mit Hilfe internationaler Berater verschiedene Optionen, einschließlich des Verkaufs des Geschäfts, analysiert werden.“

In den USA diskutierte die bulgarische Delegation auch Pläne zur Entwicklung des vertikalen Korridors durch den Balkan, der den Transit von Flüssiggas durch Bulgarien erhöhen soll.

Zu diesem Zweck soll die Kapazität der bestehenden Gasverbindungen zwischen Griechenland, Bulgarien, Rumänien, Ungarn, der Slowakei, Moldawien und der Ukraine erhöht werden.

Die USA haben ihre Unterstützung für diesen Korridor zugesagt, der mit amerikanischem Gas versorgt werden soll. Nach Angaben des bulgarischen Finanzministeriums wurde auch die Möglichkeit einer amerikanischen Investition in diesen Korridor diskutiert.

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