Bulgarien schließt sich der deutschen European Sky Shield Initiative an

Mit dem Erwerb von Waffensystemen für die bodengestützte Luftverteidigung können diese in die Architektur des "Integrierten Luft- und Raketenabwehrsystems der NATO" integriert werden. [Shutterstock/Marie Selissky]

Die bulgarische Regierung hat am Mittwoch den Entwurf eines Memorandums für den gemeinsamen Kauf von bodengestützten Luftabwehrsystemen im Rahmen der Initiative „European Sky Shield“ gebilligt. Damit ist Bulgarien das zwölfte europäische Land, das der Beteiligung offiziell zustimmt.

Mit dem Erwerb von Waffensystemen für die bodengestützte Luftverteidigung können diese in die Architektur des „Integrierten Luft- und Raketenabwehrsystems der NATO“ integriert werden und werden somit Teil eines einzigen Systems zur Raketenabwehr und Luftverteidigung in Europa.

Es ist bekannt, dass die Absicht besteht, gemeinsam die modernen westlichen Luftabwehrsysteme Arrow 3 und Patriot zu erwerben.

„Die Genehmigung des Memorandums bietet Bulgarien die Möglichkeit, sich an Programmen für den gemeinsamen Kauf, die Wartung und den Einsatz von Waffensystemen für die bodengestützte Luftverteidigung (GBAD) zu beteiligen“, erklärte die Regierung.

Die anderen Länder, die sich dem Memorandum angeschlossen haben, sind neben Deutschland auch Belgien, die Tschechische Republik, Dänemark, Estland, Ungarn, Lettland, Litauen, die Niederlande, Norwegen und Slowenien.

Bulgarien verfügt über mehrere alte sowjetische C-300-Flugabwehrraketensysteme, die nicht mit den NATO-Standards kompatibel sind. Für diese Systeme gibt es derzeit keine Alternative, und Bulgarien hat sich zu Beginn des Krieges geweigert, sie der Ukraine zur Verfügung zu stellen.

Die bulgarische Armee verfügt nicht über moderne Militärradare und verlässt sich auf zivile Luftfahrtsysteme, die das Landesgebiet nicht vollständig abdecken.

Vor einem Jahr unterzeichnete der geschäftsführende Verteidigungsminister Dimitar Stoyanov eine Absichtserklärung zur Aufnahme Bulgariens in die deutsche Verteidigungsinitiative European Sky Shield Initiative (ESSI). Bundeskanzler Olaf Scholz kündigte an, dass Deutschland in den kommenden Jahren stark in die Luftverteidigung investieren werde.

Das Land prüft momentan die Möglichkeit, einen Flugabwehrschirm zu bauen, wie ihn Israel zur Abwehr von Raketenangriffen der Hamas errichtet hat.

„Es handelt sich dabei um ein System von aufeinander abgestimmten Luftabwehrsystemen. Diese Initiative steht in vollem Einklang mit dem Wunsch der EU, ein gemeinsames öffentliches Beschaffungswesen durchzuführen“, sagte Stoyanov vor einem Jahr.

[Bearbeitet von Kjeld Neubert]

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