Führende Politiker haben die österreichische Sparte der „Letzten Generation“ für ihren groß angelegten Protest auf österreichischen Autobahnen, der zu 57 Festnahmen führte, scharf kritisiert.
Am Montag (20. November) klebten sich Mitglieder der österreichischen Sektion der Aktivistengruppe auf die Autobahn, blockierten strategisch wichtige Verkehrspunkte in Wien und verursachten bis zu zehn Kilometer lange Staus. Die Letzte Generation ist dafür bekannt, dass sie sich an Straßen kleben und Yachten sowie Gemälde beschmieren.
„Wie viele andere Menschen auch, habe ich kein Verständnis für die Blockade von Autobahnen durch Klimakleber“, erklärte Bundeskanzler Karl Nehammer auf X.
Die Aktivisten würden nicht nur wirtschaftlichen Schaden anrichten, sondern auch „das gesellschaftliche Klima vergiften“, fügte er hinzu.
Die Aktivisten erklärten jedoch, dass sie von Autofahrern Gewalt erfahren hätten, die einer „massiven Aggression“ gleichkomme. Man verstehe „die Frustration der Autofahrer“, aber die Gruppe betonte, dass „Gewalt keine Antwort ist.“
Um gegen die neue Vorgehensweise der Aktivisten, sich auf die Straße einzubetonieren, vorzugehen, werde man die Polizei mit schwerem Gerät ausstatten, so Nehammer gegenüber der Kronen-Zeitung.
Die Polizei teilte mit, dass sie 30 Aktivisten in Niederösterreich und weitere 27 in Wien festgenommen habe und bestätigte, dass sie gegen einen Autofahrer ermittle, der versucht habe, einen Aktivisten zu überfahren.
In der Zwischenzeit erwägt die deutsche Sektion der Aktivistengruppe eine Änderung ihrer Strategie, da wichtige Mitglieder inhaftiert sind und der erhoffte Massenaufstand, der durch ihre Proteste ausgelöst werden sollte, bisher nicht zustande gekommen ist.

