Weitere Brexit-Gespräche von Labour und Regierung in kommenden Tagen

May ist mit ihrem mit der EU ausgehandelten Vertrag für einen Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union bereits drei Mal im Unterhaus auch am Widerstand in den eigenen Reihen gescheitert. [EPA-EFE/FACUNDO ARRIZABALAGA]

Die britische Regierung und die Oppositionspartei Labour wollen ihre Gespräche über einen Ausweg aus der Brexit-Sackgasse in den kommenden Tagen fortsetzen.

Das teilten Sprecher beider Seiten am Mittwochabend nach der zweiten Runde ihrer Beratungen in London mit. Dieses erweiterte Treffen habe gezeigt, dass beide Seiten mit Ernsthaftigkeit in die Gespräche gingen, sagte ein Sprecher der konservativen Regierung von Premierministerin Theresa May. In den kommenden Tagen werde es weitere Beratungen der bilateralen Arbeitsgruppen geben. Ein Labour-Sprecher sagte, beide Verhandlungsdelegationen arbeiteten nun daran, Spielraum für eine Übereinkunft zu schaffen. “Und wir werden uns Anfang nächster Woche wieder treffen.”

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Vor der Fortsetzung der Beratungen am Abend hatte Labour erklärt, für eine Einigung brauche es auch nach wochenlangen Verhandlungen noch mehr Kompromissbereitschaft von May. Nach Ende der Gespräche äußerten sich beide Seiten dazu nicht näher.

May ist mit ihrem mit der EU ausgehandelten Vertrag für einen Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union bereits drei Mal im Unterhaus auch am Widerstand in den eigenen Reihen gescheitert. Sie hofft nun, zusammen mit der Opposition eine Mehrheit im Parlament für ihren Kurs zu finden. Die Verzögerung beim Brexit hänge nicht mit ihrer Führung zusammen, sagte sie. Ein May-Sprecher bekräftigte, die Premierministerin stehe zu ihrer Zusage, ihren Rücktritt einzureichen, sobald die erste Phase des Brexits abgeschlossen sei.

Eigentlich sollte das Land schon Ende März aus der EU austreten. Weil aber im Parlament in London keine Einigung über die Details gelang und Großbritannien in der Frage tief gespalten ist, hatte die EU einen Aufschub bis Ende Oktober ermöglicht. Knackpunkt bei den Brexit-Abstimmungen im Unterhaus war zuletzt stets eine Notfall-Absicherung, die eine harte Grenze mit Kontrollen zwischen der britischen Provinz Nordirland und dem EU-Mitglied Irland verhindern soll.

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