Versöhnliche Töne in Katalonien

Der inhaftierte ERC-Kandidat Oriol Junqueras. [EPA-EFE/MARTA PEREZ]

Der inhaftierte katalanische Separatistenführer Oriol Junqueras schlägt drei Tage vor der Regionalwahl versöhnliche Töne an.

Er strebe zwar weiter eine Unabhängigkeit Kataloniens an, schrieb Junqueras als Antwort auf Fragen, die die Nachrichtenagentur Reuters an ihn in das Gefängnis übermittelte. Er wolle aber auch „Brücken bauen und Hände schütteln“, ergänzte er mit Blick auf die spanische Zentralregierung in Madrid.

Junqueras’ Partei, die Republikanische Linke, könnte bei der Wahl am Donnerstag Umfragen zufolge die stärkste Kraft im Parlament in Barcelona werden. Der Parteichef sitzt wegen des Vorwurfs der Rebellion in Untersuchungshaft. „Ich kann Ihnen versichern, dass wir zuallererst Demokraten und dann Separatisten sind und das Ziel nicht immer die Mittel rechtfertigt“, schrieb Junqueras.

Die Unabhängigkeitsbestrebungen Kataloniens haben Spanien in die tiefste politische Krise seit dem Ende der Franco-Diktatur in den 1970er Jahren gestürzt. Nach dem Referendum über eine Unabhängigkeit entmachtete die Zentralregierung in Madrid die Regionalregierung in Barcelona und setzte Neuwahlen für den 21. Dezember an. Umfragen zufolge liegen beide Lager Kopf an Kopf.

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