Umgang mit Corona-Krise löst in Spanien Flut von Kritik aus

Der spanische Premierminister Pedro Sanchez nimmt am 22. April 2020 an der Plenarsitzung im Unterhaus des spanischen Parlaments in Madrid, Spanien, teil. [EPA-EFE/J.J. GUILLEN]

Die spanische Regierung ist wiederholt wegen ihres Umgangs mit der COVID-19-Krise kritisiert worden. Am Dienstag kündigte die Regierung unter Sánchez an, dass Kinder unter 14 Jahren künftig Erwachsene bei wichtigen Besorgungen begleiten dürfen.  Die Regelung hatte eine Flut von Kritik ausgelöst. 

Obwohl sich die spanische Exekutive an die Empfehlungen von Experten und die Richtlinien der Weltgesundheitsorganisation hielt, hat sie insbesondere von anderen politischen Parteien harsche Kritik und den Vorwurf der Improvisation erhalten.

Zu diesen Kritikpunkten gehörte das, was die Opposition als „mangelnde Voraussicht“ angesichts des Ausbruchs der Epidemie in Spanien bezeichnete. Spanien ist derzeit eines der am schlimmsten betroffenen Länder der Welt ist.

Zum einen gab es einen Mangel an Schutzmaterial für medizinisches Fachpersonal, zum anderen wurde eine Charge fehlerhafter Coronavirus-Tests gekauft und Tausende defekter Masken an medizinisches Personal verteilt, die später zurückgerufen wurden.

Spanien gibt fehlerhafte COVID-19-Testkits an China zurück

Die chinesische Botschaft in Spanien teilte am Donnerstag mit, dass die spanische Regierung eine Charge von fehlerhaften COVID-19-Testkits von einer nicht autorisierten chinesischen Firma gekauft habe.

Fernando Simón, Direktor des Notfall-Koordinationszentrums des Gesundheitsministeriums, sagte Anfang der Woche vor Reportern: „Wir sind jeder Art von Kritik ausgesetzt. Dieses Team hier ist ein technisches Team, und wir arbeiten alle so ehrlich wie möglich“.

Spanierinnen und Spanier befinden sich in der sechsten Woche des obligatorischen Lockdown, einer der strengsten der Welt, um die Ausbreitung von Infektionen einzudämmen und den Druck auf das Gesundheitswesen zu verringern.

Die spanische Bevölkerung darf ihre Häuser nur verlassen, um zur Arbeit zu fahren, Lebensmittel oder Medikamente zu kaufen oder zur Bank zu gehen.

Premierminister Pedro Sánchez erklärte, er wolle den Ausnahmezustand des Landes bis zum 9. Mai verlängern. Der Vorschlag wird am Mittwoch dem Abgeordnetenhaus, dem spanischen Unterhaus, vorgelegt.

Die spanischen Behörden kündigten am Dienstag an, dass Kinder unter 14 Jahren ab dem 26. April als teilweise „Entlastung“ der strengen Maßnahmen einen Erwachsenen bei wesentlichen Besorgungen begleiten dürfen.

'Nationaler Pakt' für den Wiederaufbau nach Coronavirus: Spanische Parteien sind sich uneinig

Die durch das Coronavirus in Spanien ausgelöste sozioökonomische Krise hat zu politischen Auseinandersetzungen über einen nationalen Pakt für den Wiederaufbau des Landes geführt. EURACTIVs Medienpartner EFE berichtet.

Minderjährigen war es bisher untersagt, im Freien Sport zu treiben oder zu spielen, ein Schritt, der nach Ansicht der Regierung den „Empfehlungen der Experten“ entsprach.

Die Entscheidung wurde von Elterngruppen, Gesundheitsorganisationen und sowohl linken als auch rechten politischen Parteien, darunter Podemos, die mit der Sozialdemokratischen Partei zusammen regiert, heftig kritisiert.

Wenige Stunden nach der Ankündigung berichtete Gesundheitsminister Salvador Illa über eine Änderung der Kriterien, damit Kinder spazieren gehen können. Die Einzelheiten würden in den kommenden Tagen geklärt werden.

„Wir wissen, wie man zuhört“, fügte er hinzu.

Der Minister betonte, dass sich Spanien noch nicht in der „Deeskalationsphase“ befinde, um seine Maßnahmen zu beenden. Dies werde davon abhängen, ob die Infektions- und Sterblichkeitsrate weiter zurückgehe.

Nach Angaben der John-Hopkins-Universität gibt es mehr als 204.100 bestätigte Corona-Fälle in Spanien – 21.200 Menschen sind dem neuartigen Coronavirus zum Opfer gefallen.

Die spanischen Behörden erklärten, dass die Bevölkerung weitesgehend an den Einschränkungsmaßnahmen festhält, obwohl die Polizei Hunderte von Menschen festgenommen und Tausende von Beschwerden wegen Nichteinhaltung erhalten hat.

EU-Corona-Maßnahmen: Ausstieg ohne festen Zeitplan

Möglichst gemeinsam soll in der Europäischen Union der Ausstieg aus den Corona-Beschränkungen organisiert werden. Die EU-Kommission hat eine Strategie, aber keine konkreten Daten. Von Bernd Riegert, Brüssel.

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