Terror-Bekämpfung: Sensibles Datenleck bei Europol

Die europäische Polizeibehörde Europol soll ein sogenanntes Operational Steering Board einrichten. [Foto: (c) dpa]

Etwa 700 Seiten mit vertraulichen Informationen von Europol wurden versehentlich im Internet veröffentlicht. Das Material soll Daten über Terrorgruppen einschließlich Namen und Kontaktdaten enhalten.

Die europäische Polizeibehörde Europol hat eingeräumt, dass vertrauliche Informationen zu Terrorermittlungen versehentlich ins Internet geraten sind. Europol-Sprecher Gerald Hesztera sagte, eine erfahrene Europol-Mitarbeiterin der niederländischen Polizei habe sensibles Material von Europol auf einen privaten Datenträger geladen – ein „klarer Bruch“ der Europol-Bestimmungen.

Die etwa 700 Seiten vertraulicher Daten landeten schließlich beim niederländischen Fernsehprogramm Zembla, das den Vorgang öffentlich machte. Das Material enthielt demnach Analysen von Terrorgruppen, einschließlich Namen und Kontaktdaten von Hunderten Menschen mit Terrorverbindungen. Hesztera zufolge besagen bisherige Informationen, dass die Daten „nicht in böswilliger Absicht“ ins Internet gestellt worden seien.

Europol: Mit neuem Abwehrzentrum gegen den Terror

Die Anschläge von Paris im November 2015 haben deutlich gezeigt, dass der Terrorismus des „Islamischen Staats“ eine internationale Dimension hat, von der auch Europa betroffen ist. Darauf haben die EU-Institutionen reagiert und ein Europäisches Terror-Abwehrzentrum geschaffen, welches im Januar seine Arbeit aufnahm.

Eine Untersuchung in Zusammenarbeit mit den zuständigen nationalen Stellen soll nun zur weiteren Aufklärung des Vorfalls beitragen. Das Material sei etwa zehn Jahre alt, und es gebe keinen Hinweis, dass laufende Ermittlungen von den durchgesickerten Informationen betroffen seien, teilte Europol mit. Von dem Datenleck betroffene Europol-Mitgliedstaaten seien umgehend informiert worden.