Spanien bereitet sich auf Lockerungen im Mai vor

Spanien befindet sich bereits seit mehr als 40 Tagen im Ausnahmezustand. [EPA-EFE/QUIQUE GARCIA]

Spanien befindet sich bereits seit mehr als 40 Tagen im Ausnahmezustand. Es wächst die Hoffnung, dass die Quarantänte-Maßnahmen ab Mai gelockert werden, da der Coronavirus-Ausbruch allmählich unter Kontrolle gebracht wird. EURACTIVs Medienpartner EFE berichtet.

Spanien ist eines der am schlimmsten betroffenen Länder der Welt mit 213.000 bestätigten Infektionsfällen und 21.700 Corona-Toten. Innerhalb der letzten 24 Stunden verzeichnete das südeuropäische Land 1.202 neue Infektionen und 440 weitere Todesfälle.

Dennoch gibt es auch Anzeichen dafür, dass die Corona-Kurve begonnen hat, sich abzuflachen. Fast 90.000 COVID-19-Patienten konnten aus dem Krankenhaus entlassen werden, und Neuinfektionen und Todesfälle haben begonnen, abzunehmen.

Dieser Trend kann bereits als „Übergang“ betrachtet werden, sagte Fernando Simón, Direktor des Notfall-Koordinationszentrums des Gesundheitsministeriums.

Diese Woche kündigte der spanische Premierminister Pedro Sánchez an, dass die strenge Ausgangssperre des Landes ab Mitte Mai gelockert werden soll. Um eine mögliche zweite Infektionswelle zu vermeiden, werde die Lockerung „langsam und schrittweise“ erfolgen, betonte er.

Eine Verlängerung des Ausnahmezustands des Landes bis zum 11. Mai wurde am Mittwoch vom Parlament gebilligt. Bereits seit dem 15. März herrschen in Spanien einige der strengsten Maßnahmen der Welt.

Derzeit dürfen Spanier ihre Häuser nur verlassen, um Lebensmittel und Medikamente zu kaufen oder zur Arbeit zu gehen, wenn sie nicht von zu Hause aus arbeiten können.

Umgang mit Corona-Krise löst in Spanien Flut von Kritik aus

Die spanische Regierung ist wiederholt wegen ihres Umgangs mit der COVID-19-Krise kritisiert worden. Am Dienstag kündigte die Regierung an, dass Kinder unter 14 Jahren künftig Erwachsene bei wichtigen Besorgungen begleiten dürfen. Die Regelung hatte eine Flut von Kritik ausgelöst. 

Kinder dürfen einmal am Tag raus

In einem ersten Schritt zur Lockerung der Maßnahmen kündigten die Behörden Anfang dieser Woche an, dass Kinder unter 14 Jahren ab Montag spazieren gehen dürfen, wenn sie von Erwachsenen begleitet werden. Dies gilt jedoch nur für wesentliche Besorgungen wie Lebensmittel kaufen oder zur Bank gehen.

Der Schritt kam als Erleichterung für Familien, nachdem die Jugendlichen sechs Wochen lang nicht in der Lage waren, ihr Zuhause zu verlassen. Elterngruppen und Experten haben eine Lockerung der Maßnahme gefordert, um die physische und psychische Gesundheit der Kinder und Jugendlichen zu schützen.

„Wir haben hart gearbeitet und die Meinung von Kinderärzten, Soziologen und Epidemiologen angehört, um die Anordnung, Spaziergänge für Minderjährige zu ermöglichen, umzusetzen“, sagte Gesundheitsminister Salvador Illa auf einer Pressekonferenz am Donnerstag, dem 23. April.

Pablo Iglesias, zweiter stellvertretender Premierminister und Minister für Sozialrechte, erklärte, dass Kinder einmal täglich im Umkreis von einem Kilometer um ihr Zuhause zwischen 9.00 und 21.00 Uhr mit einem beaufsichtigenden Erwachsenen nach draußen gehen dürfen.

Da die Pandemie einige der Schlüsselindustrien des Landes wie den Tourismus, den Handel und die Freizeitindustrie am stärksten getroffen hat, kündigte die spanische Regierung ein Programm zum wirtschaftlichen und sozialen Wiederaufbau an. 

Corona-Pandemie: Spaniens Sánchez schnürt historisches 200-Milliarden-Euro-Hilfspaket

Der spanische Regierungschef Pedro Sánchez kündigte die Mobilisierung von bis zu 200 Milliarden Euro zur Bewältigung der wirtschaftlichen Auswirkungen der Coronavirus-Epidemie an. Es ist das größte Hilfspaket in der Geschichte Spaniens.

[Bearbeitet von Daniel Eck, Frédéric Simon und Britta Weppner]

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