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24/01/2017

Slowenien schließt Grenze zu Kroatien: Tausend Flüchtlinge sitzen fest

EU-Innenpolitik

Slowenien schließt Grenze zu Kroatien: Tausend Flüchtlinge sitzen fest

Auf der Balkanroute sitzen nach Schätzungen des UN-Flüchtlingshilfswerks UNHCR mehr als 10.000 Menschen fest.

Foto: dpa

Nachdem Ungarn seine Grenze zu Kroatien abgeriegelt hat, ist Slowenien zum neuen Transitland für Flüchtlinge auf dem Weg nach Europa geworden. Nun mussten rund tausend Flüchtlinge an der kroatisch-slowenischen Grenze bei Kälte und Regen warten, nachdem Slowenien die Übergänge weitgehend geschlossen hatte.

Ein Zug mit 1.800 Flüchtlingen sei in der Nacht am Grenzübergang Sredisce ob Dravi eingetroffen, und die Flüchtlinge hätten versucht, zu Fuß die Grenze zu überqueren, sagte ein Polizeisprecher der Nachrichtenagentur AFP. Die Polizei habe 150 Flüchtlingen, die als besonders verletzlich eingestuft wurden, den Übertritt erlaubt, den Rest aber erst einmal aufgehalten.

Am Morgen seien dann 350 weitere Menschen ins Land gelassen worden, sagte der Sprecher. Sie bemühten sich um ein „koordiniertes Vorgehen“, um zu verhindern, dass die begrenzten Kapazitäten Sloweniens überlastet würden.

Die Regierung in Ljubljana hat erklärt, die Aufnahme auf 2.500 Flüchtlinge pro Tag begrenzen zu wollen. Nach Angaben der Polizei ließ sie am Sonntag 2.100 Menschen ins Land.

Der kleine EU-Staat ist zum neuen Transitland für die Flüchtlinge auf dem Weg nach Nord- und Mitteleuropa geworden, seitdem Ungarn am Freitagabend seine Grenze zu Kroatien abgeriegelt hat.

In Deutschland kommen weiter täglich Tausende Flüchtlinge an. Am Wochenende zählte die Bundespolizei an der Grenze zu Österreich 9788 neu eingereiste Flüchtlinge. „Der Trend ist unverändert“, sagte ein Sprecher der Bundespolizei in München.