Schulz: Populisten kommt man nicht mit fein ausgearbeiteten Argumenten bei

SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz wollte Merkel (CDU) nochmals im TV herausfordern. [Parti socialiste/Flickr]

Die „Sozialdemokratie ist gefährdet und herausgefordert wie nie“, warnt der scheidende EU-Parlamentspräsident. Er plädiert für mehr Mut im Umgang mit Populisten.

Der scheidende Präsident des Europaparlaments, Martin Schulz (SPD), hat mehr Mut in der Auseinandersetzung mit Rechtspopulisten und EU-Gegnern gefordert. „Wir beobachten, dass die Zerstörer Zulauf haben“, sagte Schulz der „Süddeutschen Zeitung“. Den Parolen von Populisten und Rechtsextremen komme man nicht „durch fein ziselierte Argumente“ bei. „Auf einen groben Klotz gehört manchmal auch ein grober Keil.“

Allerdings müsse man sich fragen, woher „Wut, Enttäuschung, Verzweiflung“ der Wähler von rechtspopulistischen Parteien kämen. „Es sind ja nicht nur Leute, denen es schlecht geht, es sind auch gut situierte Menschen, die Angst haben vor einer ungewissen Zukunft“, sagte der Sozialdemokrat. Diese Angst könne man ihnen „nicht durch das Nachahmen verantwortungsloser Parolen nehmen“.

Der langjährige Präsident des EU-Parlaments sieht die Sozialdemokratie „gefährdet und herausgefordert wie nie“. Gerechtigkeit und Demokratie würden infrage gestellt, die Grundpfeiler der sozialdemokratischen Bewegung angegriffen. „Die Gerechtigkeit durch die ökonomische Entwicklung und die Demokratie durch die Kollateralschäden, die sich aus diesen Ungleichgewichten ergeben.“

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