Der rumänische Europaabgeordnete Laurentiu Rebega wechselte in der vergangenen Woche die Seiten: Er ist jetzt Mitglied der rechtsextremen Fraktion Europa der Nationen und der Freiheit (ENF), die von Marine Le Pen angeführt wird. EURACTIV Frankreich berichtet.
Der Übertritt des Rumänen Laurentiu Rebega von der sozialdemokratischen S&D-Fraktion bringt der Fraktion Europa der Nationen und der Freiheit (ENF) Mitglied Nummer 38. Das ist eine wichtige Verstärkung für die neue rechtsextreme Fraktion. Sie hat jetzt Mitglieder aus acht Nationen. Zur Bildung einer Fraktion werden nach den Statuten des Europaparlaments Abgeordnete aus sieben Nationen benötigt.
Von seinem ENF-Beitritt verspricht sich Rebega eine Stärkung Rumäniens. Er hoffe, Rumäniens Position als wichtige Kraft in der EU voranzutreiben, sagt er. Er wolle sicherstellen, dass die Rumänen „von derselben Behandlung wie andere Europäer profitieren, ohne systematisch stigmatisiert zu werden“. Rebega wechselte auch von den rumänischen Konservativen zur nationalistischen PRU-Partei.
Ein loyaler Sozialist
Eigentlich zeigte der rumänische Abgeordnete seit seiner Wahl im vergangenen Jahr eine außergewöhnliche Loyalität gegenüber seiner Partei. Nach Angaben von VoteWatch folgte er bei allen Abstimmungen der Parteilinie. Demnach folgte er bei 96 Prozent der Abstimmungen der Linie der S&D-Fraktion.
Die Roma, „ein europäisches Problem“
„Die europäischen Nationalisten müssen zwischen den Rumänen und den Roma unterscheiden, die in der EU arbeiten“, sagte der PRU-Vorsitzende Bogdan Diaconu der rumänischen Zeitung Gandul. Die Roma seien ein europäisches, kein rumänisches Problem.
Die PRU kündigte einen Rumänien-Besuch Marine Le Pens für September an.
Laurentiu Rebega ist ein Freund des rumänischen Landwirtschaftsministers Daniel Constantin. In Rumänien wird gegen Rebega wegen Korruption bei der Organisation einer Landwirtschaftsmesse ermittelt.

