Rumänien: Deutschstämmiger Klaus Iohannis wird neuer Präsident

Rumäniens Präsident Klaus Iohannis (Mitte), Archivbild

Klaus Iohannis wird neuer Präsident Rumäniens. Überraschend gewann der deutschstämmige Politiker die Stichwahl gegen Victor Ponta.

Der deutschstämmige Politiker Klaus Iohannis hat Hochrechnungen zufolge überraschend die Präsidentenwahl in Rumänien gewonnen.

Nach Auszählung von einem Drittel der Stimmen kam der bisherige Bürgermeister von Hermannstadt am Sonntag auf 55,8 Prozent. Beim ersten Wahldurchgang vor zwei Wochen lag er noch zehn Punkte hinter Regierungschef Victor Ponta. Dieser erklärte zwar umgehend seine Niederlage. Ponta will dennoch Ministerpräsident bleiben und die für 2016 geplanten Parlamentswahlen nicht vorziehen. In Bukarest und anderen Städten gingen am Sonntagabend Tausende Bürger auf die Straßen und forderten seinen Rücktritt.

Viele der 20 Millionen Rumänen sind mit der wirtschaftlichen Lage und wegen der weit verbreiteten Korruption und Steuerhinterziehung unzufrieden. Der 55-jährige Iohannis hatte im Wahlkampf versprochen, die Unabhängigkeit der Justiz zu schützen. Er warb zudem mit Reformen in den Bereichen Wirtschaft, Gesundheit und Bildung.

Als Präsident muss sich der Konservative Iohannis darauf gefasst machen, mit seinen Plänen auf Widerstand im Parlament zu stoßen, das von Pontas Koalition beherrscht wird. Der 42-jährige Sozialdemokrat hatte sich auch mit scheidenden Staatsoberhaupt Traian Basescu immer wieder Auseinandersetzungen geliefert.

Eine entscheidende Rolle spielten bei den Wahlen im Ausland lebende Rumänen, die Ponta eher kritisch sehen. Viele beschwerten sich beim ersten Wahldurchgang über lange Schlangen und hohe bürokratische Hürden. Dies führte in Rumänien selbst zu Protesten und zum Rücktritt des Außenministers. Auch am Sonntag bildeten sich vor Wahllokalen im Ausland lange Schlangen. In München etwa holten Wähler ihre Zahnbürsten heraus, um zu zeigen, dass sie sich auf eine lange Wartezeit einstellten.

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