Pedro Sánchez warnt: „Das Schwerste kommt noch“

Der Regierungspräsident Pedro Sanchez rief am Mittwoch im Kongress zur "politischen Einheit" auf und forderte alle Parteivertreter auf, zur Bekämpfung dieser Krise mit "größtmöglicher Weitsicht" und "Staatssinn" beizutragen. [EPA-EFE/Mariscal / POOL]

Angesichts der zunehmenden Fälle von Infektionen mit COVID-19, die am Mittwoch 13.176 erreichten, warnte der sozialdemokratische Premierminister Pedro Sánchez, dass „das Schwerste noch bevorsteht“, berichtet EURACTIVs Partner EFE. Fast 600 Menschen sind bisher in Spanien an der Infektion mit dem neuartigen Coronavirus gestorben. 

In einer Rede vor dem spanischen Parlament versprach Sánchez, zusätzliche finanzielle Mittel in das Gesundheitssystem des Landes zu investieren. Somit solle dieses gestärkt sowie neue Gesundheitskrisen verhindert werden.

Sánchez hat außerdem angekündigt, dass die Regierung das Gesundheitssystem nach dem Ende der Coronavirus-Epidemie überprüfen werde, um es weiter zu stärken. Die Parteien forderte er auf, sich „politisch zu vereinen“, um dieser einzigartigen Krise zu begegnen. Er warnte, dass „das Schwierigste noch vor uns liegt“.

Die Regierung, eine Koalition aus der sozialdemokratischen PSOE und der linken Unidas Podemos, beschloss kürzlich, den Ausnahmezustand zu erklären. Man sei sich absolut sicher, dass dies „unerlässlich“ sei, betonte Sánchez.

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Einheit zeigen

Im Kongress rief der spanische Regierungschef zur „politischen Einheit“ auf und forderte alle Parteivertreter auf, zur Bekämpfung der Krise mit „größtmöglicher Weitsicht“ und „Staatssinn“ beizutragen.

Sánchez hob außerdem hervor, dass die Pandemie nicht zwischen Hautfarben oder Ideologien unterscheidet und ein „Feind uns aller“ sei. Das Virus müsse „durch Einheit und kollektive Verantwortung“ bekämpft werden, sagte er.

Sánchez wies weiter darauf hin, dass sich mit dieser Krise die Präferenzen und Prioritäten „verändert haben“ und dass alle politischen Führer den „hohen Ansprüchen der Bürger“ gerecht werden müssen.

„So wie wir von allen Bürgern Disziplin verlangen, müssen wir uns bemühen, unseren Bürgern gerecht zu werden, indem wir all unsere Mühe und Zeit aufwenden, um unseren Beitrag zu leisten,“ so der spanische Regierungschef.

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Die „Ansteckungskurve“ steigt: fast 14.000 Fälle

Unterdessen steigt die Zahl der bestätigten Fälle von mit dem Coronavirus infizierten Personen in Spanien weiter an und erreichte am Mittwoch die Zahl von 13.716 Fällen – das sind 18 Prozent mehr als am Vortag.

Wie Fernando Simón, Direktor des Zentrums für die Koordinierung von Gesundheitswarnungen und Notfällen im spanischen Gesundheitsministerium, berichtet, befinden sich von allen Corona-infizierten Personen aktuell 42 Prozent im Krankenhaus. Bei derzeit 774 der Infizierten verläuft die Krankheit kritisch – sie befinden sich in Behandlung auf der Intensivstation.

Simón gab außerden bekannt, dass bis Mittwoch landesweit 598 Todesfälle (21,8 Prozent mehr als am Vortag) und 1.081 Entlassungen aus dem Krankenhaus (fünf Prozent mehr als am Vortag) registriert worden seien. 

Die Autonome Gemeinschaft Madrid ist dabei weiterhin die am stärksten betroffene spanische Region.

Erkrankungs- und Todesfälle aufgrund des Coronavirus (COVID-19) in Spanien seit Februar 2020. [Quelle: Statista]

Historisches 200-Milliarden-Euro-Rettungspaket

Regierungschef Sánchez kündigte derweil die Mobilisierung von bis zu 200 Milliarden Euro zur Bewältigung der wirtschaftlichen Auswirkungen der Coronavirus-Epidemie an. Dies sei das größte Hilfspaket in der Geschichte Spaniens und entspreche knapp 20 Prozent des BIP.

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Der König von Spanien, Felipe VI, wird heute um 21.00 Uhr MEZ live im öffentlich-rechtlichen spanischen Fernsehen (RTVE) über die Krise sprechen.

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