Österreich: Frauen drängen zum Dschihad

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Mit den neuen Anti-Terror-Gesetz will die EU nicht nur organisierte Dschihadisten besser bekämpfen, sondern auch so genannte "einsame Wölfe", die Angriffe im Alleingang planen. [Foto: dpa /Archiv)]

Immer mehr Frauen lassen sich auch in Österreich als IS-Kämpferinnen engagieren. Sie lassen sich überzeugen, als bewaffnete Kämpferin oder Selbstmordattentäterin eingesetzt zu werden.

Eine parlamentarische Anfrage der Grünen deckt eine Entwicklung auf, die nicht nur in Österreich aktuell sein dürfte. In letzter Zeit hat die Zahl der Frauen, die in den Dschihad ziehen, stark zugenommen. Sie beträgt mittlerweile 21 Prozent.

Es sind vor allem junge Frauen, die sich vom Mythos „Islamischer Staat“ angezogen fühlen und sich daher IS-Kämpfern anschließen wollen. Leitmotiv ist dabei unter anderem die Überlegung, an der Seite von Terroristen mitwirken zu können, einen islamischen Staat aufbauen und dabei neuen Sinn finden zu können. Immer häufiger lassen sich dabei junge Frauen und Mädchen überreden, nicht nur ein Dasein als Ehefrau eines so genannten „Helden“ zu finden, sondern auch selbst als bewaffnete Kämpferin oder sogar Selbstmordattentäterin eingesetzt zu werden.
http://www.euractiv.de/section/eu-aussenpolitik/interview/weitere-islamische-staaten-werden-zerbrechen/
Dass die Behörden die Szene unter Beobachtung haben, zeigt das Zahlenmaterial des österreichischen Innenministeriums. Mit Stichtag 31. August 2016 haben in Österreich 59 Frauen versucht, in das Konfliktgebiet Syrien und Irak zu reisen oder sind dorthin gefahren. Bei 280 Personen legen Hinweise nahe, dass sie in das Konfliktgebiet gereist sind oder reisen wollten, um sich dort kämpfenden Gruppierungen anzuschließen. Von ihnen sind 59 weiblich und 221 männlich.
Mit gleichem Stichtag waren 87 Personen bekannt, die wieder nach Österreich zurückgekehrt sind. Davon sind 13 Frauen. Von den 280 Personen wurden 50 an der Ausreise gehindert, 22 waren Frauen. Von 44 Personen wird angenommen, dass ihnen das Abenteuer IS das Leben gekostet hat. Dies betraf aber bislang ausschließlich ausschließlich Männer.

Weitere Einsicht der Behörden: Flüchtlinge suchen neue gefährliche Wege

Inzwischen beschäftigt die österreichischen Behörden zudem ein weiteres Problem, das in Zusammenhang mit der Flüchtlingsbewegung steht. So suchen sich viele in ihrer Verzweiflung neue, aber gefährliche Transportwege. Bevorzugt werden dabei LKWs , Güterzüge und dabei die so genannte Rollende Landstraße. In den letzten Tagen wurden gleich mehrere schwere Unfälle einige mit tödlichem Ausgang entlang der Bahnstrecken, die vom Süden in den Norden führen, registriert.
Auf Protest beim österreichischen Innenministerium stößt die Ankündigung des bayerischen Innenministeriums, ab 15. Dezember mit rigorosen Kontrollen an den drei Autobahngrenzübergängen Kufstein, Salzburg und Passau beginnen zu wollen. Damit, so heißt es in Wien, würde nur der jetzt anlaufende Wintertourismus beeinträchtigt, aber nicht das Problem der Fluchtwege gelöst werden. Diesbezüglich müsse vor allem in Italien und insbesondere an den Außengrenzen angesetzt werden.
http://www.euractiv.de/section/eu-aussenpolitik/news/kampf-gegen-islamischer-staat-zusammenarbeit-mit-assad-unausweichlich/
Notwendig wird aber auch eine Informations- und Aufklärungskampagne in den Herkunftsländern der Flüchtlinge, um sie über die neuen Verhältnisse in Europa aufmerksam zu machen. So wurde bei einem der jüngsten Opfer zwar kein Identitätsdokument gefunden, jedoch ein Zettel der besagte, dass die Balkanroute gesperrt ist und auf ihr kaum ein Durchkommen zu finden sei.

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