Nach Druck der EU: Netflix drosselt wegen Coronavirus Video-Übertragung

"Ich begrüße die sehr prompten Maßnahmen, die Netflix ergriffen hat, um das reibungslose Funktionieren des Internets während der COVID19-Krise zu erhalten und gleichzeitig den Nutzern eine angenehme Erfahrung zu bieten," so Breton. [EPA-EFE/FILIP SINGER]

Der Online-Streaming-Gigant Netflix hat sich verpflichtet, die Qualität seiner Videos zu senken, um den Datenverkehr in europäischen Netzwerken um 25 Prozent zu reduzieren. Ziel sei es, das reibungslose Funktionieren des Internets inmitten einer steigenden Nutzung während der anhaltenden COVID-19-Krise zu sichern.

Die Anpassungen haben zur Folge, dass Netflix nun die für die Benutzer am besten geeignete Streaming-Qualität berücksichtigen wird, mit dem Ziel, Pufferung zu vermeiden. Sollte die Bandbreite gering sein, werden die Videos automatisch in einer geringeren Qualität wiedergegeben, um eine Überbelastung des Netzwerks zu vermeiden.

Diese Entscheidung wurde im Anschluss an einem Gespräch zwischen EU-Binnenmarktkommissar Thierry Breton und Reed Hastings, dem CEO von Netflix, getroffen.

Breton hatte zuvor die Streaming-Plattformen aufgefordert, die notwendigen Maßnahmen zu ergreifen, um die Netze nicht zu überlasten. Wegen der Ausbreitung des Coronavirus in ganz Europa erklärten immer mehr EU-Länder Ausgangssperren. Millionen von Bürgern auf dem ganzen Kontinent nutzen das Internet nun zunehmend zu Hause, sei es für die Arbeit, Videostreaming oder andere Zwecke.

“Maßnahmen zur sozialen Distanzierung im Kampf gegen das Coronavirus führen zu einer erhöhten Nachfrage nach Internet-Kapazitäten,“ erklärte Breton in einem Statement.

„Ich begrüße die prompten Maßnahmen, die Netflix ergriffen hat, um das reibungslose Funktionieren des Internets während der COVID19-Krise zu sichern und gleichzeitig den Nutzern eine angenehme Erfahrung zu bieten“.

Netflix-Chef Hastings seinerseits erkannte die „außerordentlichen Herausforderungen“, die sich im Rahmen des Coronavirus-Ausbruchs ergeben haben, an.

„Netflix hat beschlossen, die Bitraten in allen unseren Streams in Europa für 30 Tage zu reduzieren“, teilte der Netflix-Chef mit. „Wir schätzen, dass dies den Netflix-Traffic in europäischen Netzwerken um etwa 25 Prozent reduzieren und gleichzeitig einen qualitativ hochwertigen Service für unsere Kunden gewährleisten wird.“

Ein Pressesprecher von Netflix erklärte gegenüber EURACTIV.com weiter, das Unternehmen ziele „seit vielen Jahren“ auf Netzwerkeffizienz ab. Der „Open-Connect-Service“ der Firma, der Internet-Anbietern und Telekommunikationsunternehmen lokale Inhaltsserver kostenlos zur Verfügung stellt, habe bereits zu einer Verringerung der Internet-Kapazitätsnutzung geführt.

(Bearbeitet von Frédéric Simon und Britta Weppner)

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