May: Kein Brexit-Vertrag besser als ein schlechter

Die britische Premierministerin Theresa May. [Foto: EPA/ANDY RAIN]

Die britische Premierministerin Theresa May würde nach ihren Worten eher ganz auf einen Austrittvertrag mit der EU verzichten, als einen schlechten abzuschließen.

„Wir werden dort sein, um den richtigen Deal auszuhandeln, aber wie ich schon sagte, kein Deal ist besser als ein schlechter“, erklärte May gestern in einem Fernsehinterview. Großbritannien müsse auch bereit sein, die Verhandlungen zu verlassen.

Auch hat die britische Premierministerin Theresa May jeglichen Spekulationen über eine Verschiebung der Brexit-Verhandlungen eine Absage erteilt. Der Start der Gespräche am 19. Juni werde keinesfalls verlegt, so May. Der Zeitplan stehe, und es sei nicht möglich, den Prozess aufzuhalten. Sie appellierte zugleich an die britischen Wähler, ihr bei der Unterhauswahl am 8. Juni ein starkes Mandat für die Verhandlungen zu geben.

May hatte die Wahl vorgezogen, um von ihrer guten Position in der Wählergunst zu profitieren. In Umfragen hatten die Konservativen klar vor der Labour-Partei gelegen. Dieser Vorsprung ist allerdings in den vergangene Wochen deutlich abgeschmolzen.

In Irland haben Brexit-Gegner am Montag den Versuch aufgegeben, die Möglichkeit einer Rücknahme der britischen Austrittsentscheidung per Gericht bestätigen zu lassen. Sie hatten den Antrag bei einem irischen Gericht eingereicht in der Hoffnung, er werde an den Europäischen Gerichtshof für eine grundlegende Entscheidung verwiesen. Angesichts der Tatsache, dass das Verfahren sehr lange dauern und sehr kostenintensiv werde, hätten die Kläger den Antrag zurückgezogen, teilte ihr Anwalt Jolyon Maugham mit.

Die Briten wählen am 8. Juni ein neues Unterhaus. May hat die Wahlen angesetzt, weil ihre Konservative Partei in den Umfragen einen sehr deutlichen Vorsprung vor der Labour-Partei hatte. Der ist inzwischen aber stark abgeschmolzen. May erhofft sich eine klare Mehrheit und damit vor allem ein starkes Mandat für die Brexit-Verhandlungen.

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