Kommission will Gebühren für Währungsumrechnung und Überweisungen begrenzen

Mit ihren Gesetzesentwürfen will die Kommission die Kosten für Bankkunden beim Geldabheben und Bezahlen im Ausland senken. Im Bild: Kunden vor einem Geldautomaten in Dublin. [Szilveszter Farkas/Flickr]

Verbraucherschützer und Transparenzaktivisten haben Vorschläge der Europäischen Kommission zur Begrenzung von Überweisungskosten für Nicht-Euro-Mitglieder und der Währungsumrechnung im Ausland begrüßt. NGOs kritisierten allerdings, dass die geplante Regelung nicht für Überweisungen in Drittstaaten gilt.

Gegenwärtig kann es passieren, dass Kunden aus dem Euroraum für die Überweisung von 10 Euro auf ein Bankkonto in Bulgarien bis zu 24 Euro Gebühren zahlen müssen. Gleichzeitig werden Kunden in der gesamten EU um Geld „betrogen“, wenn sie sich dafür entscheiden, im Ausland in ihrer eigenen statt in der lokalen Landeswährung zu bezahlen.

Um der „Ungleichbehandlung“ und der mangelnden Transparenz entgegenzuwirken, hat der für Finanzstabilität, Finanzdienstleistungen und Kapitalmarktunion zuständige EU-Kommissar Valdis Dombrovskis am Mittwoch zwei Vorschläge zur Lösung dieser Probleme vorgelegt.

Der erste Vorschlag würde sicherstellen, dass für grenzüberschreitende Transaktionen zwischen einem Euro-Währungsgebiet und einem Nicht-Euro-Land dieselben Gebühren erhoben werden wie für gleichwertige Transaktionen innerhalb der Eurozone. Folglich würden Überweisungen, für die – wie oben beschrieben – Gebühren von bis zu 24 Euro anfallen können, nur noch wenige Cent kosten – wenn überhaupt.

„Das sind sehr hohe, unverhältnismäßige Gebühren für die Transaktionen,“ erklärte Dombrovskis gegenüber Reportern.

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Darüber hinaus können Kunden in ganz Europa entscheiden, ob sie in der lokalen Landeswährung oder in ihrer eigenen Währung bezahlen (oder Geld an Geldautomaten abheben). Wenn sie sich für die zweite Option entscheiden, entstehen bei der so genannten dynamischen Währungsumrechnung versteckte Kosten, die ihnen nicht offengelegt werden.

Viele Verbraucher ziehen es vor, in der Währung zu zahlen, die sie von zu Hause gewohnt sind, aber in den meisten Fällen verlieren sie bei dieser Option Geld gegenüber der Alternative, mit der lokalen Währung zu bezahlen.

Der zweite Vorschlag sieht daher vor, dass Verbraucher vor der Zahlung vollständig über alle Kosten einer solchen Währungsumrechnung informiert werden. Dombrovskis kündigte an, die Europäische Bankaufsichtsbehörde werde entsprechende Transparenzstandards entwickeln. Gleichzeitig solle eine Obergrenze für die Kosten der Währungsumrechnung gelten.

Ende der Intransparenz

Verbraucherorganisationen begrüßten die Initiativen der EU-Kommission. Monique Goyens, Generaldirektorin des Europäischen Verbraucherverbands BEUC, sagte in Bezug auf die dynamische Währungsumrechnung: „Es ist höchste Zeit, dass diese Intransparenz beseitigt wird.“

BEUC bezeichnete diese Art der Umrechnung als „Betrug“, da Studien aus Deutschland, Norwegen und Großbritannien zeigen, dass Verbraucher bei praktisch jeder Transaktion Geld verlieren.

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Auch die NGO Finance Watch begrüßte die Vorschläge der Kommission. Olivier Jérulsalmy, leitender Forscher der Organisation, bedauerte jedoch, dass die Initiative keine Transfers in Drittländer umfasst. Dadurch seien in Europa lebende Migrantenfamilien weiterhin mit rund 3,6 Milliarden Euro an „ungerechtfertigten“ Zusatzkosten pro Jahr konfrontiert.

Einer der Hauptgründe für diese Kosten sei der fehlende Wettbewerb und die „Exklusivitätsvereinbarungen“, die den Zugang zu Vertriebs- und Zahlungssystemen beschränken. Finance Watch fordere daher die Einbeziehung von Überweisungen in Drittländer sowie eine Obergrenze von drei Prozent für Überweisungsgebühren in diese Länder.

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