Italien stoppt Handelsschiff mit Migranten

Boot mit Flüchtlingen auf dem Mittelmeer. [Noborder Network/Flickr]

Italien hat ein Handelsschiff mit geretteten Migranten an Bord gestoppt und ihm untersagt, die Menschen an Land zu bringen.

Die neue italienische Regierung bleibt bei ihrer strikten Haltung, keine Boote mit Flüchtlingen mehr in den eigenen Häfen einlaufen zu lassen. Nachdem mehrere Schiffe zuletzt nach Spanien oder Malta ausweichen konnten, geht es nun um ein Handelsschiff mit 66 Migranten an Bord. Das Schiff habe die Migranten am Montag vor der libyschen Küste an Bord genommen, teilte das Innenministerium in Rom mit. Es sei ihm untersagt worden, sie in Italien an Land zu bringen.

Das unter italienischer Flagge fahrende Schiff versorgt Ölplattformen im Mittelmeer vor der Küste Libyens. Die von der Fünf-Sterne-Bewegung und der Lega getragene Regierung bleibt damit bei ihrem harten Kurs gegen die Aufnahme von Flüchtlingen. Sie hält auch den Druck auf die EU aufrecht, die Migranten auf andere Mitgliedsländer zu verteilen.

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Die Flüchtlinge seien von einem Schiff der italienischen Küstenwache übernommen worden, erklärte Verkehrsminister Danilo Toninelli. Ein Insider sagte, sie würden nun nach Italien gebracht. Das Innenministerium wollte das allerdings nicht bestätigen. Dort hieß es, das Handelsschiff habe die Flüchtlinge aufgenommen, obwohl ihm mitgeteilt worden sei, libysche Patrouillenboote seien zu ihrer Rettung unterwegs.

Innenminister Matteo Salvini beharrte kurz vor dem Treffen mit seinem deutschen Kollegen Horst Seehofer in Innsbruck darauf, sein Land werde keine Flüchtlinge aus Deutschland zurücknehmen, die bereits in Italien registriert wurden. Dafür gebe es keine Pläne. „Das ist das Letzte, das geschehen könnte“, sagte Salvini weiter. Seehofer trifft sich ab Mittwoch mit seinen EU-Kollegen in Innsbruck, dämpfte aber Hoffnungen auf rasche Beschlüsse zu den von Deutschland angepeilten bilateralen Rücknahmeabkommen für bereits registrierte Flüchtlinge.

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