Handelsabkommen nach Brexit: Positionen liegen noch weit auseinander

Großbritanniens Chefunterhändler David Frost und EU Verhandlungsführer Michel Barnier treffen sich für Gespräche [EPA-EFE/Yves Herman]

In den Verhandlungen zwischen der EU und Großbritannien über ein künftiges Handelsabkommen ist weiterhin kein Durchbruch in Sicht.

„Es bestehen nach wie vor sehr ernste Divergenzen“, erklärte der EU-Verhandlungsführer Michel Barnier am Mittwoch nach einer weiteren zweiwöchigen Verhandlungsrunde. „Ich stimme mit Michel Barnier überein“, erklärte auch sein britischer Amtskollege David Frost.

Barnier nannte als Knackpunkte die künftigen Wettbewerbsbedingungen, die Kontrolle des Abkommens und die Fangrechte für EU-Fischer in britischen Gewässern. Dies seien „wesentliche Bedingungen für jede wirtschaftliche Partnerschaft“. „Wir arbeiten weiter daran, Lösungen zu finden, die die Souveränität Großbritanniens voll respektieren“, erklärte Frost.

Es droht ein harter Schnitt

Großbritannien war zum 1. Februar aus der EU ausgetreten. Bis Jahresende bleibt es aber noch im EU-Binnenmarkt und der Zollunion. Diese Übergangsphase wollten beide Seiten eigentlich nutzen, um ein Handelsabkommen auszuhandeln. Die Gespräche kommen aber seit Monaten kaum voran.

Die britische Regierung hatte vor zwei Wochen verärgert auf die Forderung der EU-Staats- und Regierungschefs nach einseitigen Zugeständnissen reagiert. Daraufhin stand ein Ende der Gespräche zwischen London und Brüssel im Raum. Beide Seiten verständigten sich aber doch noch einmal auf eine Rückkehr an den Verhandlungstisch.

Ohne Handelsabkommen bis zum Ende des Jahres droht ein harter Schnitt in den Handelsbeziehungen mit kaum absehbaren wirtschaftlichen Folgen. Die EU sei aber „bereit für alle Szenarien“, unterstrich Barnier.

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